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Landeselternbeirat fordert : „Eltern müssen zu Hause bleiben dürfen“

Leere statt Lehre: Flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr soll es möglichst nicht mehr geben. Bild: dpa

Um ihre Kinder während der Coronavirus-Krise betreuen zu können, sollten Eltern nicht zur Arbeit kommen müssen wie der Landeselternbeirat meint. Ihm schwebt auch vor, welche Regel dafür angewendet werden könnte.

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          Mütter und Väter sollten nach Ansicht des hessischen Landeselternbeirats von der Arbeit freigestellt werden, um ihre Kinder während der Corona-Krise betreuen zu können. Im Gespräch mit dier F.A.Z. schlug der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Korhan Ekinci, vor, eine Regelung anzuwenden, die für Fälle gilt, in denen ein Kind krank ist und von einem Elternteil zu Hause gepflegt werden muss. Analog dazu solle nicht der Arbeitgeber, sondern die Krankenversicherung die Fortzahlung des Lohnes übernehmen, sagte Ekinci.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Um die Verbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen, sind in Hessen wie in den anderen Bundesländern die Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Am Montag konnten Schüler vielerorts noch Unterrichtsmaterial aus den Schulen holen und Absprachen mit den Lehrern treffen. In den knapp drei Wochen bis zum Beginn der Osterferien soll der Lehrstoff durch Aufgaben vermittelt werden, die von den Lehrkräften gestellt und kontrolliert werden. Für Kinder aus Familien, in denen beide Elternteile beispielsweise in Krankenhäusern arbeiten, wird eine Notbetreuung angeboten.

          Recht wenig Nachfrage nach Notbetreuung

          Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, die Umstellung auf den Krisenbetrieb sei weitgehend problemlos verlaufen. Das zeigten die Rückmeldungen aus den Schulämtern. Viele Kollegien hätten Notfallpläne ausgearbeitet und jetzt angewendet. Die Inanspruchnahme der Notbetreuung habe sich in engen Grenzen gehalten. Das sei auch so gedacht, schließlich sei es das Ziel der Schließung von Schulen und Kitas, Menschenansammlungen zu vermeiden.

          Auch Ekinci zeigte sich den Umständen entsprechend zufrieden: Die meisten Schulen seien gut vorbereitet gewesen und hätten die Kinder etwa in Schichten mit Aufgabenblättern versorgt. Teilweise hätten Lehrer Unterrichtsmaterial auch zu den Familien nach Hause gebracht. Falsch sei es dagegen, Informationen und Botendienste den Elternbeiräten zu überlassen, die das als Ehrenamtliche nicht leisten könnten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass Familien, die nicht per E-Mail oder über Messenger-Dienste erreichbar seien, auf anderem Weg mit Informationen und Lehrmitteln versorgt würden.

          Der Sprecher des Kultusministeriums sagte, die Aufgaben würden zwar in der Regel per Internet versendet, die Lehrer seien aber auch bereit, Unterlagen auszudrucken und postalisch zu verschicken sowie Eltern per Telefon zu informieren. Das Ministerium gehe weiter davon aus, dass die schriftlichen Abiturprüfungen wie geplant stattfänden. Allerdings müsse in der Corona-Krise von Tag zu Tag entschieden werden.

          Nach Einschätzung Ekincis führt die Schließung von Schulen und Kitas zu einer großen Belastung der Familien. Nicht alle Eltern könnten von zu Hause arbeiten, die Großeltern fielen als Betreuungsoption oft aus, weil ältere Menschen durch das Virus besonders gefährdet seien. Kinder zu Klassenkameraden oder Freunden zu schicken sei ebenfalls nicht ratsam. Zu dem Betreuungsproblem komme noch der Druck, dass sich die Eltern darum kümmern müssten, dass ihre Kinder die von der Schule gestellten Lernaufträge erfüllen, sagte Ekinci. Er riet den Familien, so entspannt wie möglich mit der Situation umzugehen: Versäumter Stoff könne nachgeholt werden, momentan stehe die Gesundheit im Vordergrund.

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