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Wiesbaden : Ein Toter und drei Verletzte in Wiesbadener Diskothek „Euro-Palace“

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Bei einer Messerstecherei in der Diskothek „Euro-Palace“ in Mainz-Kastel ist in der Nacht zum Sonntag ein 18 Jahre alter Italiener getötet worden. Zwei Deutsche, sie sind 20 und 23 Jahre alt, sowie ein ...

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          Bei einer Messerstecherei in der Diskothek „Euro-Palace“ in Mainz-Kastel ist in der Nacht zum Sonntag ein 18 Jahre alter Italiener getötet worden. Zwei Deutsche, sie sind 20 und 23 Jahre alt, sowie ein neunzehnjähriger Türke erlitten schwere Stichverletzungen und befinden sich auf Intensivstationen in Wiesbadener Krankenhäusern.

          Drei amerikanische Staatsangehörige wurden nach Auskunft der Polizei festgenommen und sollen morgen dem Haftrichter vorgeführt werden. Als Hauptverdächtiger gilt ersten Ermittlungen zufolge ein 23 Jahre alter Mann, der sich vermutlich wegen Mordes beziehungsweise Totschlags verantworten muß.

          Den Tathergang schildert die Polizei bislang nur bruchstückhaft: Etwa um 2.20 Uhr soll zwischen drei schwarzen Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte und einer fünfköpfigen Gruppe junger Leute unterschiedlicher Nationalitäten aus Mainz-Budenheim Streit ausgebrochen sein. Ausgelöst worden sei die Auseinandersetzung nach Angaben von Zeugen dadurch, daß der 23 Jahre alte Amerikaner einer Frau aus der anderen Gruppe, bei der es sich um eine Deutsche gehandelt habe, einen „etwas festeren Schlag auf den Po“ gegeben habe. Offenbar habe der achtzehnjährige Italiener den Mann zur Rede gestellt und das mit dem Leben bezahlen müssen, hieß es bei der Polizei. Alle Mitglieder der beiden Gruppen sollen schließlich an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein, die sich im sogenannten „Schiff“ der Großdiskothek ereignet hat, die zur Tatzeit noch sehr gut besucht gewesen sein soll. Das Sicherheitspersonal soll den Streit zu spät bemerkt haben, um noch schlichtend eingreifen zu können. Etliche Besucher, die den Einsatz von Polizei und Rettungskräften beobachtet haben, erlitten einen Schock; sieben Personen mußten deshalb vom Rettungsdienst behandelt, einige von ihnen sogar ins Krankenhaus gebracht werden.

          Um den „Euro-Palace“, eine laut Eigenwerbung „gigantische Dance & Action World“, war es in jüngerer Zeit ruhiger geworden, nachdem die Stadt Ende 2002 bereits einmal dessen Schließung verfügt hatte. Die Polizei hatte die Diskothek seinerzeit wegen Drogenhandels in erheblichem Umfang im Visier und rechnete auch ehemalige Mitarbeiter zum verdächtigen Personenkreis.

          Darüber hinaus hatte die Stadt dem Betreiberehepaar, Beate und Dieter Gaa, Verstöße gegen Jugendschutzbestimmungen angelastet und ihnen vorgeworfen, die aus Sicherheitsgründen behördlich vorgegebene Maximalzahl von Gästen mit gleichzeitig bis zu 3600 Besuchern wesentlich überschritten zu haben.

          Es kam dann aber zu einer gütlichen Einigung, nachdem die Betreiber ihr Konzept verändert und zugesagt hatten, die Zahl der Besucher freiwillig auf 2700 beschränken zu wollen. Der Diskothekenbetrieb in Kastel existiert seit 1999. müg.

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