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Eklat um Mess-Jugendfestival : Ein Scharfmacher sorgte für Wellen bis in den Vatikan

  • -Aktualisiert am

Skandalisiert: das Messfestival für Jugendliche im Jahr 1971 Bild: KEB Main-Taunus

Das Mess-Jugendfestival in der Hofheimer St. Bonifatiuskirche vor 50 Jahren hat die Gemüter erregt. Bis in den Vatikan war die Empörung zu vernehmen. Jetzt haben Zeitzeugen dazu ein 500 Seiten dickes Buch vorgestellt.

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          Was wäre wenn? Diese Frage bewegt Buchautor Joachim Werz im Rückblick auf das Hofheimer Mess-Festival, bei dem sich 650 Jugendliche im Juni 1971 in der St. Bonifatius Kirche zu Popmusik und Gottesdienst zusammenfanden. Der Leiter der Forschungsstelle „Ordensgeschichte seit der frühen Neuzeit im Bistum Limburg“ hat am Mittwochabend bei einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung in der Stadthalle Hofheim die These aufgestellt, dass es zu den Skandalberichten, die damals monatelang die Gazetten füllten, nie gekommen wäre, wenn die Veranstaltung wie geplant unter freiem Himmel abgehalten worden wäre: Vorbild sei das Woodstock-Festival gewesen, berichtete er. Statt mit überaltertem Liedgut wollten die Organisatoren mit vier christlich geprägten Popbands einen Gottesdienst feiern, der die Jugend anspricht. Doch damals machte Petrus einen Strich durch die Rechnung.

          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Das Festival wurde daraufhin in den sakralen Raum verlegt, in dem mit dem Hattersheimer Pfarrer Hans Milch ein Traditionalist und späterer Anhänger des von Rom abtrünnigen Erzbischofs Marcel Lefebvre lauerte. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. Denn die gestapelten Limonadenkisten am Altar, Popklänge, der zur Eucharistiefeier herumgereichte Brotkorb und teilweise rauchende Zuhörer waren mehr, als das Bistum Limburg in seiner Gesamtheit ertragen konnte.

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