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: Ehemalige Staatskanzlei in Wiesbaden als Option für das Stadtmuseum

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In wenigen Monaten wird die hessische Staatskanzlei in das für ihre Belange umgebaute ehemalige Hotel "Rose" am Kranzplatz einziehen - und an der Bierstadter Straße eine kleinere, gleichwohl ebenfalls repräsentative historische Immobilie frei machen.

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          In wenigen Monaten wird die hessische Staatskanzlei in das für ihre Belange umgebaute ehemalige Hotel "Rose" am Kranzplatz einziehen - und an der Bierstadter Straße eine kleinere, gleichwohl ebenfalls repräsentative historische Immobilie frei machen. Die Idee, diese für ein Wiesbadener Stadtmuseum zu nutzen, ist nicht ganz neu. Doch die städtischen Gremien haben sich nach jahrelanger Diskussion auf eine Neubauvariante in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landesmuseum eingeschworen, obgleich niemand sagen kann, wann und wie diese jemals zu finanzieren sein wird.

          In dieser Situation hat sich der einstige Staatsminister und Wiesbadener Stadtrat Jörg Jordan (SPD) einmal mehr zu Wort gemeldet. Der Geschäftsführer der OFB Entwicklungsgesellschaft GmbH, der erst kürzlich die festgefahrene Diskussion um einen Neubau für den Hessischen Landtag mit seinem Vorschlag für eine "kleinere Lösung" positiv gewendet hat, legt den Stadtverordnetenfraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP dringend nahe, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Auch wenn sich in dem Gebäude an der Bierstadter/Ecke Frankfurter Straße eine "maximale Museumskonzeption" womöglich nicht realisieren lasse, so Jordan in einem Schreiben an die Stadtverordneten, biete sich die Immobilie geradezu an für ein Stadtmuseum. In ihm sollten die mit der Entwicklung der nassauischen Residenz eng verwobene Stadtgeschichte sowie die ersten 50 Jahre des Landes Hessen so veranschaulicht werden, "daß der Wiesbadener Bürgerschaft und ihren Gästen ein nachhaltiger Eindruck der historischen Entwicklung der Stadt vermittelt werden kann".

          In dem Zusammenhang verweist Jordan darauf, daß das denkmalgeschützte Gebäude die beiden wichtigsten Entwicklungsphasen Wiesbadens repräsentiere. In seinen großen Zeiten als "Weltkurstadt" unter den Hohenzollern als Hotel gebaut, sei es nach 1945 Sitz aller Ministerpräsidenten Hessens gewesen und damit eine der wichtigsten Adressen der nach dem Krieg zur Landeshauptstadt avancierten Kommune. Das Haus künftig "beliebig" privatwirtschaftlich zu verwerten sei deshalb aus seiner Sicht "schwer vorstellbar".

          Einer der ersten, die Jordans Vorschlag positiv aufgegriffen haben, ist der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Klein, der auch dem Förderverein für das Stadtmuseum angehört. Wie Klein im Gespräch mit dieser Zeitung sagte, gehe er schon lange "mit dem Gedanken schwanger", zumal er mit Blick auf die Haushaltslage von Stadt und Land die große Gefahr sehe, daß sich das auf 25 Millionen Euro geschätzte Museumsprojekt aus finanziellen Gründen auf lange Sicht nicht werde verwirklichen lassen. Auch wenn die Noch-Staatskanzlei nur über 2500 Quadratmeter Nutzfläche verfüge, während man sich von dem Neubau 3500 Quadratmeter erhoffe, halte er den Jordan-Vorschlag für "mehr als den Spatz in der Hand. Für meine Begriffe ist das schon die Taube."

          Klein hat, wie er sagt, bereits von dem hessischen Finanzminister Karlheinz Weimar und auch vom Chef der Staatskanzlei, Stefan Grüttner (beide CDU), "positive Signale" zum Thema empfangen. Jetzt will er sich dafür einsetzen, auch den Förderverein für ein Stadtmuseum, dem er als "einfaches" Mitglied angehöre, "auf Linie zu bringen". Den Durchbruch erhofft sich Klein von einem Gespräch, zu dem er alle Beteiligten einladen will. Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU) hält den Vorschlag schon deshalb für bedenkenswert, weil er "eine große Chance hat, realisiert zu werden". Die "große Lösung" auf dem derzeitigen Parkplatz an der Dresdner Bank, so Diehl, wäre sicher nur dann vorzuziehen, wenn sich die Investition dort in vergleichbarer Größenordnung bewege.

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