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: Egelsbach: Mehr Flüge, weniger Lärm

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Der Geschäftsführer der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG), Peter Lehmann, ist zufrieden mit der Entwicklung des Egelsbacher Flughafens. Ein Jahr nach dem 9,4 Millionen Euro teuren Ausbau der Start-und-Lande-Bahn, ...

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          Der Geschäftsführer der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG), Peter Lehmann, ist zufrieden mit der Entwicklung des Egelsbacher Flughafens. Ein Jahr nach dem 9,4 Millionen Euro teuren Ausbau der Start-und-Lande-Bahn, gegen die unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz geklagt hatte, hat das Flugaufkommen deutlich zugenommen. "Was die Verlängerung der Piste angeht, haben sich unsere Erwartungen erfüllt", erläuterte am Donnerstag der Geschäftsführer. Nach seinen Worten wird sich die Zahl der Flugbewegungen in diesem Jahr auf rund 85000 steigern. Das seien etwa 6,5 Prozent mehr als 2004. Eine Kapazitätsbegrenzung gebe es zwar nicht, da laut Planfeststellungsbeschluß die Zahl von 100000 Bewegungen nicht überschritten werden "solle". Lehmann sagte, daß die HFG als Betreiber des Flugplatzes keine Steigerung darüber hinaus anstrebe.

          In Egelsbach, das seit vergangenem Sommer über eine um 410 Meter auf 1400 Meter längere Piste verfügt, landen kleinere Jets, Turboprop-Maschinen, Helikopter und ein- sowie zweimotorige Flugzeuge. Die Verlängerung nach Westen hin liegt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Erzhausen. Landungen und Starts sind in Egelsbach zwischen 7 Uhr und 21 Uhr möglich. Erfreulich ist aus Sicht des Betreibers vor allem die Zunahme des gewerblichen Flugverkehrs. Durch neue europäische Vorschriften, die letztlich den Ausbau des Flughafens notwendig gemacht hatten, nahm Lehmann zufolge seit Ende der neunziger Jahre der Geschäftsreiseverkehr deutlich ab. Hatte es zuvor rund 5000 Starts und Landungen der zweimotorigen Maschinen gegeben, war die Zahl der gewerblichen Flüge zuletzt auf weniger als 2000 gesunken. Für dieses Jahr hält Lehmann 3500 derartige Flüge für realistisch. Angestrebt werde jedoch der frühere Umfang.

          Die Zahl der Unternehmen habe, wenn auch "sehr verhalten", auf 27 zugenommen. Daß sich nicht mehr Firmen hier niedergelassen haben, liegt nach seinen Angaben an der fehlenden Fläche. Man stehe deshalb mit der Gemeinde Egelsbach, dem Kreis Offenbach und dem Planungsverband im Gespräch, um die Voraussetzungen für eine weitere Ansiedlung von Gewerbe sowie für eine Erweiterung des Flugplatzes zu schaffen. Die Freiflächen seien vorhanden. Nun müßten die politisch Verantwortlichen entscheiden, ob sie die Vorteile des Standortes weiter nutzen wollten. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau eines Bürogebäudes begonnen werden. Gleiches gelte für die Flugzeughalle, deren Errichtung sich wegen brandschutztechnischer Auflagen etwas verzögert habe, sagte er.

          Stolz ist Lehmann darauf, daß trotz des höheren Flugaufkommens die Lärmbelastung der Anlieger nicht gestiegen sei. Er habe immer gesagt, Voraussetzung für den Ausbau müsse sein, daß Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert würden und es zu keiner Lärmerhöhung kommen dürfe. Nach Darstellung des Geschäftsführers ist es sogar zu einer Lärmreduzierung gekommen. Der sogenannte äquivalente Dauerschallpegel, der die durchschnittliche Lärmbelastung in einem bestimmten Zeitraum angibt, sei deutlich unter dem Grenzwert von 55 Dezibel geblieben. Was sich wie ein Widerspruch anhöre, daß es mehr Flüge und gleichzeitig weniger Lärm gebe, läßt sich Lehmann zufolge leicht erklären. Eine der Hauptgründe hierfür sei die längere Piste, die dazu führe, daß startende Flugzeuge wesentlich höher als bisher über Egelsbach flögen. Bei der Landung werde zudem nur noch ganz selten der Umkehrschub gebraucht, der enormen Krach verursacht habe.

          An sechs von 16 "lärmsensiblen" Stellen in Egelsbach, Erzhausen, Baierseich, Langen und Mörfelden-Walldorf ist es nach dem Ausbau allerdings lauter geworden. Lehmann nannte diese Messungen allerdings wenig aussagekräftig, da es sich um "Einzelschallereignisse" handle. Diese seien vermeidbar, und man rede deshalb auch mit den Piloten, um unnötige Lärmbelastungen etwa durch Anflüge über Wohngebiete künftig zu vermeiden. Die Zahl der Anrufe am Lärmbeschwerdetelefon des Flugplatzes ist Lehmann zufolge auf nur noch 100 pro Jahr deutlich zurückgegangen. as.

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