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: Durchbruch am Marienplatz

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Dem von der Stadtverordnetenversammlung Ende vergangenen Jahres beschlossenen Verkauf des Marienplatzes steht nichts mehr im Wege. Wie Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtbaurat Dieter Wenzel ...

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          Dem von der Stadtverordnetenversammlung Ende vergangenen Jahres beschlossenen Verkauf des Marienplatzes steht nichts mehr im Wege. Wie Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtbaurat Dieter Wenzel (beide SPD) am Donnerstag mitteilten, will die DIL Deutsche Baumanagement GmbH Düsseldorf das 14 500 Quadratmeter große Gelände zwischen Hindenburg-, Hügel- und Heidelberger Straße zum Preis von 7,2 Millionen Euro erwerben. Auf dieser letzten Freifläche gegenüber dem Staatstheater soll ein Komplex aus Wohnungen, Gewerbe und Büros entstehen mit einer Bruttogeschoßfläche von etwa 26 000 Quadratmetern.

          Hoffmann sagte mit Blick auf die lange Vorgeschichte, er sei ausgesprochen froh, nach vielen Jahren einen Käufer gefunden zu haben. Das von dem Düsseldorfer Investor und dem Architekturbüro BLFP Bremmer, Frielinghaus, Lorenz anvisierte Bauvorhaben bedeute eine "deutliche städtebauliche Aufwertung dieses Viertels, insbesondere für das Staatstheater". In dessen unmittelbarer Nähe entstehe eine "neue Lebensader der Stadt".

          Mit der Einigung geht ein langes Planungsverfahren zu Ende, das nicht immer rühmlich verlief. Vor drei Jahren waren der Stadt bei einem Investorenwettbewerb für den Platz, auf dem bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eine Kaserne gestanden hatte, die beiden bestplazierten Interessenten abgesprungen. Mit dem Architekturbüro Bremmer, Frielinghaus, Lorenz kommen nun die dritten Sieger zum Zug. Ihr Konzept für die Bebauung orientiert sich Wenzel zufolge architektonisch an der Geometrie und Typologie der Mollerstadt und sei eine "hervorragende Alternative". Der Marienplatz könne in Zukunft ein Anziehungspunkt in Darmstadt werden mit morgendlichem Markt, Restaurants und Cafes.

          Das Düsseldorfer Unternehmen plant nach Angaben der Stadt einen "städtebaulichen Dreiklang". So sollen drei Gebäude für ein Ärztehaus, Einzelhandel und Büros, ein Wohnhaus mit kleiner Tiefgarage sowie ein neues Seniorenheim entstehen. Dafür soll das Areal in drei Parzellen aufgeteilt und an die Zakatur Grundstücks-Vermietungsgesellschaft und die Bauverein AG vergeben werden. Außerdem wollen die Deutsche Baumanagement und die H.C.S. Immobilien AG zwei Objektgesellschaften gründen.

          Aus dem Investorenwettbewerb des Jahres 2002 gelten einige Juryvorgaben zur Außengestaltung des Baukörpers. Dazu zählen ein hoher Glasanteil für die geplanten Gebäude und außenliegender Sonnenschutz. Für den Gewerbeteil sind graublaue Töne und dunkles Rot mit metallischen Profilen für die Glasfronten vorgesehen, für die Wohnungen ein dunkles Grün und der Einsatz von hellen heimischen Hölzern.

          Wenzel betonte, daß die Stadt bei der Belegung der Gewerbeflächen sorgsam darauf achten werde, keine Geschäfte anzusiedeln, die dem Einzelhandel in der Innenstadt Konkurrenz machen könnten. Es werde vielmehr eine Ergänzung des vorhandenen Angebots geben.

          Der Eingang zur Tiefgarage soll an der Hindenburgstraße liegen. Die Vereinbarung mit der Deutsche Baumanagement sieht vor, daß der Kaufpreis an die Stadt erst in einem Jahr gezahlt wird, angeblich um Rücksicht zu nehmen auf mögliche Klagen gegen das Bauvorhaben. Wann die Arbeiten beginnen und wie lange sie dauern werden, konnte Wenzel nicht sagen.

          Der Marienplatz liegt brach, seitdem im Zweiten Weltkrieg die großherzogliche Kavallerie-Kaserne zerstört wurde. In den vergangenen Jahren hatte es verschiedene Ansätze gegeben, zu einer Neubebauung zu kommen. So hatte die Stadt unter anderem überlegt, das Regierungspräsidium auf den Marienplatz umzusiedeln, um das Kollegiengebäude am Luisenplatz für die Stadtverwaltung nutzen zu können. (h.r.)

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