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Dreieich : Pläne für eine zweite Moschee

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Im Stadtteil Sprendlingen in Dreieich soll eine zweite Moschee entstehen. Hier eine Moschee in Aserbaidschan Bild: dpa

Nach dem Türkisch-Islamischen Verein möchte nun auch die Ahmadiyya-Gemeinde Dreieich im Stadtteil Sprendlingen eine Moschee errichten. Der „Runde Tisch“ äußert in einer Stellungnahme keine Bedenken.

          Nach dem Türkisch-Islamischen Verein möchte auch die Ahmadiyya-Gemeinde Dreieich im Stadtteil Sprendlingen eine Moschee errichten. Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) stellte das Projekt in Anwesenheit des Vorsitzenden der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser (Frankfurt), sowie Vertretern des Bischöflichen Ordinariats Mainz, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden in Dreieich, der Islamisch-christlichen Arbeitsgemeinschaft Hessen und der Ahmadiyya-Gemeinde Dreieich vor.

          Nach seinen Worten hat sich auf seine Initiative hin der „Runde Tisch Islam“ schon in der vergangenen Woche mit dem Bauvorhaben befasst. Dem Gremium, dem Vertreter der christlichen und muslimischen Gemeinden angehören, war im vergangenen Jahr unter anderem deshalb gegründet worden, um den Türkisch-Islamischen Verein bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Denn gegen den Neubau eines islamischen Vereinshauses mit Moschee an der Schlagfeldstraße 48 hatten damals insbesondere Anwohner Bedenken geäußert.

          Finanzierung gesichert

          Zimmer hob hervor, dass die Stadt aufgrund der damaligen Auseinandersetzungen im aktuellen Fall mit Einverständnis der Ahmadiyya-Gemeinde den umgekehrten Weg gegangen sei. Man habe die Bauprüfung zunächst zurückgestellt, um das Projekt am „Runden Tisch“ besprechen zu können. Der Verein hatte seine Bauvoranfrage deshalb noch nicht eingereicht, um nach Angaben Wagishausers zunächst den Dialog mit der Kommune und den Kirchen zu suchen. Der „Runde Tisch“, zu dem auch Vertreter der Parteien eingeladen waren, hat inzwischen eine Stellungnahme abgegeben. Bedenken gegen eine zweite Moschee werden darin nicht geäußert. Vielmehr stellen die Mitglieder fest, „dass es keinen günstigen oder ungünstigen Zeitpunkt für die Verwirklichung von Religionsfreiheit gibt, sondern dass dieser Wert allgemein gültig und unabhängig von örtlichen Bedingungen ist“.

          Die Pläne der Ahmadiyya-Gemeinde sehen vor, im Gewerbegebiet an der Rostädterstraße 14 a ein zweigeschossiges Gebetshaus mit Kuppel und Minarett zu errichten, das vorrangig von den etwa 250 Mitgliedern der Dreieicher Gemeinde genutzt werden soll. Wagishauser sagte, dass vom Minarett aus keine Gebetsrufe ertönen würden. Auch werde auf dem Grundstück, das bisher noch nicht erworben wurde, für das aber eine Kaufoption existiere, kein Kulturzentrum entstehen. Die Finanzierung des etwa 400.000 Euro teuren Gebäudes ist nach seinen Angaben durch Spenden der Mitglieder sowie einen Zuschuss der Zentrale in Frankfurt gesichert.

          Pfarrerin Lenz: Chance für die Stadt

          In der Moschee sollen zwei getrennte Gebetshallen für Frauen und Männer, Büro-, Wasch- und Technikräume sowie in einem separaten Anbau eine Küche Platz finden. Die Gesamtnutzfläche beträgt 550 Quadratmeter. Das Gebäude ist 7,60 Meter hoch. Die Kuppel ragt elf Meter in die Höhe und das Minarett 16 Meter. Geplant sind 25 Parkplätze. Wagishauser wie auch der Bürgermeister hoben hervor, dass die Mitglieder der Ahamadiyya-Gemeinde gut integriert seien, sich schon seit Jahren in Dreieich sozial engagierten und dem „Runden Tisch“ von Anfang an angehörten. Wulf-Dieter Preiß von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden in Dreieich hieß das Vorhaben gut, da die Religionsausübung damit aus den Hinterhöfen verschwinde und sichtbar werde. Susanne Lenz, Vorsitzende der Islamisch-christlichen Arbeitsgemeinschaft Hessen und Pfarrerin in Neu-Isenburg, sah in dem Moscheebau auch eine Chance für die Stadt, die beweisen könne, dass Religionen friedlich kooperieren könnten.

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