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Dreieich : Hermanns verläßt den Landtag

  • -Aktualisiert am

Rüdiger Hermanns Bild: F.A.Z. - Wohlfahrt

Der CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Hermanns hat sein Landtagsmandat aus „gesundheitlichen Gründen“ niedergelegt. Nachfolger wird Hartmut Honka.

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          Der Dreieicher CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Hermanns hat sein Landtagsmandat zum 29. Oktober aus „gesundheitlichen Gründen“ niedergelegt. Andere Ursachen gebe es nicht. Dies teilte der 65 Jahre alte Politiker mit. Zu seinem Wahlkreis 44 gehören Neu-Isenburg, Dreieich, Langen und Egelsbach.

          Hermanns gehört dem Landtag seit 30. September 1988 an. Bei vier Landtagswahlen gelang es ihm, das Direktmandat mit klaren Ergebnissen zu erringen und zu verteidigen. Nach Hermanns' Ausscheiden wird dessen langjähriger Assistent, der 28 Jahre alte Rechtsreferendar Hartmut Honka, der auch Dreieicher Stadtverordneter ist, in den Landtag nachrücken. Honka wird dort der jüngste Abgeordnete sein.

          Hermanns, der seit 1999 Vorsitzender des Landtagsausschusses für Wirtschaft und Verkehr ist und darüber hinaus auch dem Haushaltsausschuß angehört, hat über Jahrzehnte auch die Kommunalpolitik in Dreieich maßgeblich beeinflußt. 1976, im Alter von 36 Jahren, war er zur CDU gestoßen. Noch im gleichen Jahr übernahm er den Vorsitz des Ortsverbands Sprendlingen; 1982 wurde er erstmals zum Vorsitzenden der Dreieicher CDU gewählt.

          Parteivorsitzender bis 2003

          Als Folge der Gebietsreform von 1977, die Buchschlag, Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal zur Stadt Dreieich vereinigte, wurde die Union zur dominierenden Kraft, was die Partei zum einen der Popularität des von 1977 bis 1987 amtierenden, kürzlich verstorbenen Bürgermeisters Hans Meudt und zum anderen Hermanns verdankte.

          Der formte aus einer eher verschlafenen eine schlagkräftige Organisation, die das kommunalpolitische Geschehen bestimmte. Seit 1981 gehörte der geschäftsführende Gesellschafter einer Textilgroßhandelsfirma auch der Stadtverordnetenversammlung an; von 1998 bis 2006 hatte er den Fraktionsvorsitz inne. Direkt gewählter Landtagsabgeordneter, CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender: An dem „schwarzen Riesen“ Hermanns führte in Dreieich kein Weg vorbei. Bis 2003 blieb er Parteivorsitzender. Zur Kommunalwahl 2006 kandidierte er nicht mehr und schied aus der Stadtverordnetenversammlung aus. Seither gehört er als ehrenamtlicher Stadtrat dem Magistrat an. Für sein außergewöhnliches kommunalpolitisches, gesellschaftspolitisches und sozialpolitisches Engagement überreichte ihm Ministerpräsident Roland Koch im August 2002 das Bundesverdienstkreuz.

          In der jüngeren Vergangenheit hatte die Dreieicher CDU einige Turbulenzen zu überstehen, was sich auch im Ergebnis der Kommunalwahl im März niederschlug. Der Bruch mit Bürgermeister Berthold Olschewsky (früher CDU, seit einem Jahr parteilos) gehörte zu den prägenden Ereignissen des Jahres 2005; das Taktieren in Sachen Bürgerbegehren gegen die Südumgehung in den zurückliegenden Monaten wirkte nicht überzeugend. Zur Bürgermeister-Direktwahl Mitte September leitete Hermanns den Wahlkampf der hauptamtlichen Stadträtin Andrea Müller (CDU). Dabei löste er heftige Kritik aus, als er Müller bescheinigte, diese sei „zehnmal so intelligent“ wie der SPD-Gegenkandidat, Erster Stadtrat Dieter Zimmer. Die überraschend deutliche Niederlage für Müller wurde auch als Denkzettel für Hermanns gewertet.

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