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Drei Männer vor Gericht : Grausam und ohne Mitleid: Mord an Obdachlosem

  • -Aktualisiert am

Die Ermittlungsergebnisse der Polizei machen traurig und verzweifelt: Ein Obdachloser wurde grausam ermordet Bild: ddp

Heimtückisch und grausam, so die Anklageschrift, sollen drei junge Männer im April vergangenen Jahres einen 24 Jahre alten Mann ermordet haben. Das Ermittlungsergebnis in diesem Fall macht traurig, betroffen und verzweifelt.

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          Heimtückisch und grausam, so die Anklageschrift, sollen drei junge Männer im April vergangenen Jahres einen 24 Jahre alten Menschen ermordet haben. Staatsanwalt Kai Lindgens hat am Freitag vor der 8. Großen Strafkammer des Frankfurter Landgerichts ein Ermittlungsergebnis vorgetragen, das zahlreiche Zuhörer traurig, betroffen und verzweifelt machte. Ein 24 Jahre alter Obdachloser wurde offenbar gnadenlos stundenlang erniedrigt, geschlagen, getreten. Er starb blutüberströmt und von seinen Peinigern bespuckt und beschmutzt. Sie ließen ihn sterbend oder tot in einer inzwischen geschlossenen Obdachlosenunterkunft nahe der Saalburg zurück.

          Das Mordmerkmal der Grausamkeit wird nicht sehr häufig genannt. Nur in Fällen, in denen die Tatbegehung von Qualen und Schmerzen zeugt, die weit über die Absicht des Mörders hinausgehen, sein Opfer zu töten. Es treten Gefühllosigkeit und Unbarmherzigkeit von besonders krasser Art zutage. So war es nach Auffassung der Staatsanwaltschaft in diesem Fall.

          Verbrechen mit Mobiltelefon aufgenommen

          Die mutmaßlich stark alkoholisierten Männer haben laut Anklage ihr Opfer aus seiner Unterkunft verschleppt, halb ausgezogen und in eine Hütte im Wald in der Nähe der Saalburg gebracht. Dort musste sich der kleine, schmächtige Mann ganz entkleiden. Gemeinsam sollen die drei Männer ihr Opfer halb totgeschlagen und -getreten haben. Sie brachten den Leblosen zurück in seine Unterkunft, wo die Gewaltorgie bis zum Tod fortgesetzt wurde. Einer der Täter nahm Teile des Verbrechens mit einem Mobiltelefon auf.

          Dem angeklagten Mord, für den außer der Lust an Quälerei noch kein Motiv erkennbar scheint, sind weitere Misshandlungen dieses Opfers vorangegangen. Der 22 Jahre alte Mann, der möglicherweise der Antreiber eines gleichaltrigen Komplizen und eines heute Siebzehnjährigen war, soll sich dabei selbst prahlerisch so beschrieben haben: „Ich bin der allerschlimmste Mensch, mit dem man sich anlegen kann.“ In dem Prozess werden mehrere Gutachter auftreten. Die Angeklagten wollen sich zu den Vorwürfen äußern. Einer bestätigte gestern mit brüchiger und leiser Stimme viele Teile der Anklage, bestritt jedoch, den Tod des Opfers beabsichtigt zu haben.

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