https://www.faz.net/-gzg-u6zu

Niedernhausen : Döring verpasst das Ziel um wenige Stimmen

Günter Döring (li.) und Andreas Knüttel stehen sich auch in der Stichwahl gegenüber Bild: F.A.Z. - Sick

In Niedernhausen haben Bürgermeister Günter Döring (SPD) 28 Stimmen gefehlt, um sein Amt auf Anhieb gegen die Herausforderer Andreas Knüttel (CDU) und Isolde Ehrhart (parteilos) zu verteidigen. Der Amtsinhaber muss in der Stichwahl gegen Knüttel antreten.

          2 Min.

          Mit knappen Wahlergebnissen hat Günter Döring (SPD) Erfahrung. 1995 und 2001 hatte er zweimal mit jeweils knappem Vorsprung die jeweiligen Herausforderer der CDU geschlagen. Am Sonntagabend nahm Döring sein knappes Scheitern an der 50-Prozent-Hürde gelassen zur Kenntnis, denn die Zersplitterung des konservativen Lagers durch die unabhängige Bewerbung von Isolde Ehrhart kostete den CDU-Bewerber Andreas Knüttel mächtig Stimmen.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Knüttel kam nur auf 27,4 Prozent und blieb damit fast 1400 Stimmen hinter Döring (49,6 Prozent). Für die Überraschung des Abends sorgte Isolde Ehrhart (23 Prozent), die fast ein Viertel der Wähler für sich gewann. Um sie wird Knüttel in den vor der Stichwahl verbleibenden drei Wochen mächtig werben müssen, will er doch noch eine Chance gegen den Favoriten Döring haben. „Vielleicht war ich zu ehrlich“, sagte Ehrhart zum Verpassen der Stichwahl. Zudem habe ihr als „Einzelkämpferin“ die materielle und personelle Unterstützung im Wahlkampf gefehlt.

          Knüttel: Das Etappenziel ist erreicht

          Gemessen daran, sei sie mit ihrem Ergebnis zufrieden. „Meine Wähler wissen, wen sie nun wählen werden“, sagte sie mit Blick auf die Stichwahl. Knüttel will diese Wähler mit dem Angebot „für einen Wechsel“ umgarnen und gewann dem für ihn enttäuschenden Ergebnis zumindest einen positiven Aspekt ab: Das Etappenziel der Stichwahl sei erreicht. Döring trauerte ein wenig dem knapp verpassten Sieg im ersten Wahlgang nach, verbat sich selbst aber weder Enttäuschung noch Zufriedenheit mit dem Urteil des Souveräns, das er so akzeptieren müsse.

          Die Präsentation der Ergebnisse war die mit Abstand dürftigste in einer langen Reihe von Direktwahlen im gesamten Landkreis. Den auf das Ergebnis gespannten Bürgern wurde eine drangvolle Enge im schmucklosen Foyer des Rathauses zugemutet. Die provisorisch erscheinende Präsentation der Zahlen an einer Leinwand war wenig informativ und zudem kaum lesbar, und eine Bewirtung der sämtlich zum Stehen gezwungenen Bürger unterblieb völlig.

          Deren Unmut machte sich aber vor allem an den acht kostspieligen Wahlmaschinen fest, die Niedernhausen zur jüngsten Kommunalwahl angeschafft hatte. Trotz dieser modernsten Technik im Kreis dauerte die Ergebnisfeststellung deutlich länger als in den meisten anderen Gemeinden das konventionelle Auszählen von Hand. Als Wahlamtsleiter Rüdiger Brühl gut 75 Minuten nach Schließung der Wahllokale ein erstes vorläufiges Endergebnis an die Wand werfen ließ, das Döring als mutmaßlichen Sieger proklamierte, warnte Brühl sogleich vor möglichen Rechenfehlern. Die ersten Gratulanten wehrte Döring denn auch zu Recht ab. Am Ende fehlten knapp 30 Stimmen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ist die Welt noch zu retten? Eine Frau bei einer Demo in Lissabon.

          Raus aus der Klimakrise : „Moralappelle bringen nichts“

          Der Kölner Spieltheoretiker und Verhaltensökonom Axel Ockenfels erklärt im Interview, wo der Knackpunkt im Klimakonflikt liegt – und auf welcher Grundlage das Problem von der Weltgemeinschaft gelöst werden könnte.

          Muhammad Bin Salmans Pläne : Der Ölprinz mit der Billion

          Er ist jung und braucht das Geld: Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bringt den weltgrößten Ölkonzern Saudi Aramco an die Börse. Damit will er nicht nur das Land reformieren, sondern auch die eigene Macht sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.