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Überteuertes Wohnen : Mietspiegel als Preistreiber

  • -Aktualisiert am

Die normative Kraft des Faktischen: Weil in Wiesbaden die Durchschnittsmieten stark gestiegen sind, könnte die geplante Deckelung ins Leere laufen. Bild: Marcus Kaufhold

Im Frühjahr soll ein neuer Durchschnittswert für Mieten in Wiesbaden veröffentlicht werden. Dessen Vorgabe könnte die Mietpreisbremse aushebeln, fürchtet der Mieterbund.

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          Auch die neue Mietpreisbremse wird den Anstieg der Mieten in Wiesbaden voraussichtlich nur unzureichend bremsen können. Das liegt daran, dass derzeit die Vorbereitungen für einen neuen Mietspiegel laufen, der im ersten Quartal 2020 vorliegen soll. Dieser Spiegel wird die in den vergangenen drei Jahren gestiegenen Mieten sowie die Steigerungen in diesem Jahr in seine Berechnungen integrieren und folgerichtig höhere Durchschnittsmieten für die Landeshauptstadt ausweisen, die wiederum als Grundlage für die zukünftig erlaubten Mieterhöhungen gelten. Insider rechnen damit, dass die durchschnittlichen Mieten vom nächsten Jahr an um etwa zehn Prozent höher als derzeit liegen werden. Vermieter dürfen die Preise daher bei Neuvermietungen ihrer Wohnungen doch stärker erhöhen, als dies die Landesregierung eigentlich wollte. „Mir bereitet der neue Mietspiegel 2020 natürlich Sorge“, sagt Wiesbadens Wohnungsbau- und Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD).

          Heinz Kremer ist Sachgebietsleiter der kommunalen Bewertungsstelle in Wiesbaden und Vorsitzender des Gutachterausschusses. Er bestätigte gestern auf Anfrage, dass die am Mietspiegel beteiligten Verbände wie etwa Haus & Grund und der Mieterbund im September die neuen Daten zusammentragen sollen. Sofern alle am Verfahren Beteiligten zustimmen, könnte der Mietspiegel Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. In Wiesbaden wird laut Kremer ein sogenannter einfacher Mietspiegel erstellt, der als Grundlage dient, um die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln. Frankfurt leistet sich laut Kremer im Gegensatz dazu einen qualifizierten Mietspiegel, der mit Hilfe statistischen Datenmaterials erarbeitet wird. Die Kosten dafür bezifferte er als sechsstellig.

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