https://www.faz.net/-gzg-9wuwx

Parteisprecher uneins : Differenzen in hessischer AfD nach Morden von Hanau

Ein Herz und eine Seele: AfD-Parteisprecher in Hessen, Robert Lambrou und Klaus Herrmann (rechts) Bild: dpa

Der eine gibt sich zurückhaltend, der andere angriffslustig: Die beiden Parteisprecher der AfD Hessen zeigen sich nach den Morden von Hanau uneins in der Bewertung.

          2 Min.

          Robert Lambrou, Fraktionsvorsitzender der hessischen AfD und einer der beiden Parteisprecher, hat auf die Bluttat von Hanau äußerst zurückhaltend reagiert. „Ich lehne es ab, mich so kurzfristig nach Gewalttaten zu äußern“, sagte er am Freitag auf Nachfrage. „Es ist die Zeit des Trauerns und vernünftig, jetzt erst einmal die polizeilichen Ermittlungen abzuwarten.“ Es dauerte nicht einmal eine Stunde, bis Klaus Herrmann, der zweite Sprecher der Partei und Lambrous Stellvertreter an der Spitze der Fraktion, die vorgegebene Linie angriffslustig mit einer Pressemitteilung durchkreuzte.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Lambrou wollte darin am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung keinen Gegensatz zu seiner eigenen Äußerung sehen. Herrmann habe die AfD lediglich gegen den Vorwurf verteidigt, mitschuldig an dem Verbrechen zu sein. Herrmann hatte die „niederen Beweggründe“ der anderen Parteien kritisiert und darauf hingewiesen, dass der Täter „ganz offensichtlich psychisch schwer krank“ gewesen sei. „Führende Politiker der Altparteien betreiben hier höchstpersönlich das verwerfliche Geschäft von Hass und Hetze“, so Herrmann. Aber damit begnügte er sich nicht. „In Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit können die Altparteien noch von uns lernen“, meint der AfD-Politiker. „Mit uns gäbe es keine Rechtsbrüche wie die unkontrollierte Grenzöffnung 2015.“

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Auf einem Verkehrsschild bei Mitterkirchen in Österreich hat jemand im Sommer 2020 die weiblichen Formen hinzugefügt.

          Allensbach-Umfrage : Eine Mehrheit fühlt sich gegängelt

          Nach dem Eindruck vieler Deutscher ist es um die Meinungsfreiheit derzeit so schlecht bestellt wie nie zuvor in der Bundesrepublik: Etwas weniger als die Hälfte glauben, man könne seine politische Meinung noch frei äußern.
          Abschiedsfoto vor dem Tierheim: Elvis, Koffer, Hut. Kurz darauf beginnt das Abenteuer.

          Hunde aus dem Tierheim : Die Bestie und mein großes Herz

          Wie ist es, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren – insbesondere, wenn das Tier als schwierig gilt? Unser Autor berichtet von seinen ersten Wochen mit dem Mischling Elvis. Es sieht nicht gut aus.
          „Gain of function“, kurz GOF: Gefährliche Erreger werden durch genetische Eingriffe im Labor hochgerüstet und damit noch gefährlicher gemacht.

          Forschung mit Viren : Gefährlicher, als die Natur erlaubt

          Im Labor hochgerüstete Viren waren fast kein Thema mehr. Bis „Gain-of-function“-Experimente durch die Pandemie wieder ins Spiel gebracht wurden. Was dabei passiert, kann im schlimmsten Fall die Welt aus den Angeln heben.