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Renaissance der Linse : Rückkehr einer Hülsenfrucht

In diesem Jahr sieht die Umgebung seines Betriebes nicht nach Klimawandel aus, aber er ist dafür gerüstet: Moritz Schäfer auf einem Feld mit grünen Linsen Bild: Lucas Bäuml

Gesundes vom Acker: Vor 60 Jahren verschwand die Linse hierzulande von den Feldern. Nun wird sie wieder angebaut. Ein Landwirt in Hessen hat ihr Potential für das Klima und die Arbeitsplätze erkannt.

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          Die Linse wächst nicht gern allein. Zumindest dann nicht, wenn sie in unseren Breiten auf dem Feld steht. Und so gedeihen auf dem sonnenbeschienenen, leicht abschüssigen Acker von Moritz Schäfer zusammen mit grünen Linsen auch Nackthafer und Leindotter. Der Landwirt hat seinen Betrieb in Schwalmtal im Vogelsbergkreis nach und nach zu einem Demeter-Hof umgebaut. Und großen Anteil daran, dass die fast vergessene Linse nun wieder auf hessischen Feldern wächst.

          Rebecca Boucsein
          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          Anders als Weizen, Roggen oder Mais, die in Monokulturen angebaut werden können, braucht die Linsenpflanze Gewächse, die sie stützen, sonst neigt sie sich zu sehr nach unten. Ohne Stütze würde es mit der Ernte im Hochsommer schwierig. Anfang Juni sind die Pflanzen noch klein. Etwa zehn Zentimeter ragen die hellgrünen Zweige mit länglich-ovalen Blättern aus der Erde. Moritz Schäfer zeigt auf die einzelnen langen Halme, die rund um die Linse zu erkennen sind: Das sind Leindotter und Nackthafer. Für den ungeübten Blick sind sie kaum zu unterscheiden. Sattgrün liegt das Feld da, ein paar Wochen leuchtet es gelb. Nicht ganz so strahlend wie ein Rapsfeld, aber ähnlich. Nicht wegen der Linsen, sondern wegen des Leindotters: Er überragt die weiß-violetten Blüten der Hülsenfrucht.

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