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Folge der Pandemie : Diabetes bei Kindern wegen Corona zu spät erkannt

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Lebenswichtig: Insulin-Injektionen schützen Diabetiker vor einer Ketoazidose. Bild: dpa

Führt die Corona-Pandemie dazu, dass andere Krankheiten nicht rechtzeitig diagnostiziert werden? Für Diabetes bei Kindern trifft das offenbar zu, wie Gießener Forscher gezeigt haben.

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          In den ersten zwei Monaten der Corona-Pandemie in Deutschland ist die Zuckerkrankheit bei Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen offenbar verspätet entdeckt worden, mit zum Teil lebensbedrohlichen Folgen. Zu diesem Schluss sind Forscher der Universität Gießen gekommen. Die Mediziner werteten für ihre Studie Daten aus dem deutschen Register der Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation aus. Erfasst wurden die Befunde von 532 jungen Patienten, bei denen zwischen dem 13. März und dem 13. Mai zum ersten Mal die Diagnose Typ-1-Diabetes gestellt worden war.

          Wie sich zeigte, wurde bei 45 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Ketoazidose festgestellt. Diese Stoffwechselstörung tritt bei Insulinmangel auf und kann tödlich sein. In den gleichen Zeiträumen der Jahre 2018 und 2019 hatte der Anteil der Patienten mit einer Ketoazidose nur bei 24 beziehungsweise 25 Prozent gelegen. Für betroffene Kinder unter sechs Jahren hatte sich das Risiko im Vergleich zu den Vorjahren sogar verdoppelt.

          Nach Ansicht der Autoren der Studie war dies vermutlich zum einen auf die Angst der Eltern vor einem Arztbesuch, zum anderen auf die Umorganisation des Medizinbetriebs zurückzuführen. Der Zugang zur Diagnostik und die Aufklärung der Bevölkerung müssten verbessert werden, um solch gefährliche Verzögerungen der Therapie zu verhindern, fordern die Forscher.

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