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Deutschlands teuerste Autobahn : Ausbau der A44 beschlossen

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Bisher endete die A44 bei Hessisch Lichtenau Bild: picture-alliance/ dpa

Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel treibt den umstrittenen Ausbau der A44 von Kassel nach Eisenach voran. Die gesamte Autobahn zwischen Hessen und Thüringen mit 13 Tunneln soll 1,2 Milliarden Euro kosten.

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          Deutschlands teuerste Autobahn ist ihrer Vollendung einen Schritt näher gekommen. Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) hat am Freitag in Hessisch Lichtenau den Planfeststellungsbeschluss für einen der umstrittensten Abschnitte der Autobahn A 44 von Kassel nach Eisenach unterzeichnet. Der Abschnitt bei Hessisch Lichtenau ist 4,33 Kilometer lang und soll 76,7 Millionen Euro kosten.

          Zwei Drittel davon kostet allein ein 1,3 Kilometer langer Tunnel, der aus Lärm- und Naturschutzgründen gebaut wird. Die gesamte Autobahn A 44 zwischen Hessen und Thüringen mit allein 13 Tunneln soll 1,2 Milliarden Euro kosten. Befahrbar sind bislang vier Kilometer. Rhiel sagte, er rechne mit einem Baubeginn im nächsten Jahr. „Wir haben Informationen, dass das Bundesverwaltungsgericht im Januar die Klage verhandeln wird. Da diese Autobahn gründlich und umweltbewusst geplant ist, gehen wir von einer Zustimmung aus“, betonte der Minister. „Kein Stück Autobahn auf der Welt wurde akribischer und umweltbewusster geplant als dieses zwischen Kassel und Eisenach.“

          „Was hier an Geldern verbaut wird, ist grenzwertig“

          Mit Wildbrücken, Schallschutz und „Irritationsschutzwänden“ ist laut Rhiel den Belangen der Tierwelt Rechnung getragen worden. Irritationsschutzwände sollen verhindern, dass Tiere von Scheinwerferlicht verwirrt werden. „Wir haben allen Forderungen der Umweltschützer Rechnung getragen. Deshalb fordern wir den BUND auf, seine Klagen zurückzuziehen.“ In ganz Nordhessen liege die Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt, nur nicht im Werra-Meißner- Kreis. „Wir führen das gerade auch auf die Infrastruktur zurück.“

          Der Verkehrsclub Deutschland warnte vor einem Baubeginn. „Sonst kann es leicht passieren, dass ein Straßentorso entsteht“, hieß es von dem ökologisch orientierten Verband. Der Club lehnt den Bau der Autobahn ab. Ein Ausbau der Bundesstraße 7 reiche aus und könne die Menschen schneller und wirksamer entlasten. Kassels Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) sagte hingegen, die Region brauche die Autobahn. Deshalb würden die elf Abschnitte auch mit großem Einsatz geplant.

          Der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, Jürgen Herwig (SPD), stimmte dem zu und sprach von Investoren, die immer wieder nach Schnellstraßenanschluss fragten. „Was hier an Geldern verbaut wird, ist grenzwertig. Aber bei der sensiblen Natur ist das in Ordnung. Jetzt ist aber wirklich alles getan, deshalb muss der BUND seine Klagen zurückziehen.“

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