https://www.faz.net/-gzg-adxxj

Extremwetter : Wie ein Topf mit kochendem Wasser

Trifft oft unerwartet: Unwetter im Sommer (Symbolbild) Bild: dpa

Extremwetterlagen sind im Sommer keine Seltenheit – aber die Ausschläge werden zunehmend heftiger. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach warnt vor bösen Überraschungen.

          2 Min.

          Im Sommer 2016 war es so schlimm, dass sogar die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach von einer wahren „Unwettersaison“ sprachen. Immer wieder zogen kräftige Gewitter auf, entlud sich massiver Starkregen, fegten Orkanböen über das Land und liefen irgendwo Keller, Unterführungen oder U-Bahn-Stationen voll Wasser. Aber auch 2017 und 2018 blieb das Rhein-Main-Gebiet nicht von sommerlichen Unwettern verschont. Und wer in die Archive schaut, dem wird deutlich, dass es auch 2014 und vor allem im Juni und Juli 2013 nicht anders war. Für 2011 verzeichnet der Wetterdienst ebenfalls „rege Gewittertätigkeit“, und 2007 beobachteten die Meteorologen sogar einen kleinen Tornado: Am 23. Juni fegte er über Frankfurt-Oberrad hinweg Richtung Main, deckte ein paar Dächer ab, entwurzelte einige Bäume und sorgte für große Aufregung weit über den Stadtteil hinaus. Und selbst im Jahr des deutschen Sommermärchens vor 15 Jahren war längst nicht alles eitel Sonnenschein: Nach den traumhaften Wochen im Juni und Juli 2006 folgte ein extrem regenreicher August mit mehr als einem Dutzend Gewittertagen und unwetterartigen Schauern.

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Solche sommerlichen Extremwetterlagen sind in Hessen – vor allem im Rhein-Main-Gebiet – keine Seltenheit. Denn grundsätzlich sind Gewitter und starke Niederschläge in der warmen Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Im späten Frühjahr und Sommer ist die Wahrscheinlichkeit dafür besonders hoch, weil die Temperaturen steigen, die Sonneneinstrahlung kräftiger wird, warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann – und sich das alles irgendwann entladen muss: mal als mächtiger Landregen, mal mit Blitz und Donner und mitunter eben auch als heftiges Unwetter.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Ästhetik von rechtsextremen Influencerinnen passt in die heile Instagram-Welt aus modisch gekleideten Menschen, Tierjungen und Traumstränden. (Symbolfoto)

          Rechtsextreme Influencerinnen : Das nette Nazi-Mädchen von nebenan

          Rechtsextreme Influencerinnen suchen in den sozialen Medien nach Anhängern. Mit Frisurentipps, Backrezepten und Aufnahmen vor grünen Landschaften wirken sie zunächst unverfänglich – doch der Schein trügt. Eine Recherche.
          Alles so schön bunt hier: eine Gasse in Basel. In der Schweizer Stadt fanden im vorigen Jahr Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung statt, die Martin R. Dean ermutigten, über seine Erfahrungen als „nichtweißer“ Autor zu sprechen.

          Was die Sprache verändert : Ade, du weiße Selbstverständlichkeit

          Der Schriftsteller Matthias Politycki hat kürzlich begründet, warum er Deutschland verlassen hat: Politisch korrekte Sprachregelungen mache ihm das Schreiben unmöglich. Ihm antwortet nun ein Freund und Kollege.