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Bahn modernisiert Bahnhöfe : Mehr Tempo nötig

Alles soll moderner werden: Die Bahn saniert Bahnhöfe. Bild: Helmut Fricke

Die Bahn investiert in ihre Bahnhöfe. Das ist gut. Aber alles braucht trotzdem noch zu lange.

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          Wer die Emissionen des Verkehrs reduzieren will, tut gut daran, die Schienenverbindungen auszubauen. Wenn Menschen seltener auf das Auto zurückgreifen sollen, müssen ihnen zuerst Alternativen angeboten werden. Wie soll es logisch anders gehen? Die Menschen müssen mobil bleiben, auch über mittlere und weite Entfernungen, und oft geht das heute noch immer nur mit dem Auto. Das Fahrrad ist nur unter klar umrissenen Bedingungen nützlich.

          Insofern ist es gut, wenn die Deutsche Bahn, wie am Freitag verkündet, eine halbe Milliarde Euro in die Modernisierung ihrer Bahnhöfe in Hessen steckt. Wer bereit ist, sein High-Tech-Wohlfühl-Auto stehenzulassen, der hat nicht erst im Zug, sondern schon am Bahnsteig Anspruch auf eine Umgebung, die ihn nicht abschreckt. Für alle anderen Fahrgäste gilt das natürlich auch.

          Alles braucht zu lange

          Am Ende muss aber die gesamte Transportkette stimmen. Fahrgäste wollen schöne, saubere und sicherere Bahnhöfe, selbstredend behindertengerecht – davon profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer und Väter mit Kinderwagen. Fahrgäste benötigen aber auch saubere und schnelle Züge, die in möglichst dichter Taktfolge verkehren. Hier geschieht seit geraumer Zeit im Rhein-Main-Gebiet einiges – der neue Anschluss des Viertels Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen zählt dazu, ebenso die Verlegung eigener Gleise für die S-Bahn-Linie 6 zwischen Frankfurt und Bad Vilbel.

          Auch die Planungen der noch viel größeren Projekte, der Neubaustrecken nach Fulda und nach Mannheim und des ICE-Tunnels unter Frankfurt, kommen voran. Allerdings eben nur die Planung. Denn das ist das größte Problem: Alles braucht zu lange, weil das Planungsrecht zu kompliziert ist (nicht zuletzt dank der vielen Umweltauflagen). Die Hoffnung ist groß, dass die neue Koalition in Berlin nicht nur mehr Geld für die Bahn bereitstellt und für eine Entkopplung von Netz und Betrieb sorgt, sondern auch das Planungsrecht vereinfacht. Dann klappt es auch mit der Neuausrichtung der Verkehrspolitik. Wenn sie Alternativen haben, werden Autofahrer auch umsteigen. So weit ist es auf vielen Routen noch lange nicht.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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