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Bürger kämpfen um Wahrzeichen : Der Rodgaudom soll eine neue Blüte erleben

  • -Aktualisiert am

Weithin sichtbar: der 53 Meter hohe Kirchturm von Sankt Nazarius in Ober-Roden. Weil das Dach undicht ist, bilden sich überall Wasserflecken, und der Putz bröckelt. Bild: Wonge Bergmann

Die katholische Pfarrkirche Sankt Nazarius in Ober-Roden zerfällt zusehends und muss dringend saniert werden. Bürger wollen sich für den Erhalt des Wahrzeichens engagieren – und es wieder zum Treffpunkt machen.

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          Schon aus der Ferne zieht der 53 Meter hohe Kirchturm der katholischen Pfarrkirche Sankt Nazarius im Rödermarker Stadtteil Ober-Roden die Blicke auf sich. Kein anderes Gebäude ragt dort höher gen Himmel. Neben der Einhardbasilika in Seligenstadt gehört die Kirche Sankt Nazarius zu den größten Gotteshäusern der Region; im Volksmund wird sie daher auch „Rodgaudom“ genannt. Der Rodgau war im Mittelalter ein Teilgebiet des Maingaus, das sich von Steinheim über Seligenstadt und Heusenstamm bis nach Offenbach und Dieburg erstreckte; die Bezeichnung wird noch heute nicht nur für die gleichnamige Stadt, sondern auch für die Region gebraucht. Ober-Roden liegt mittendrin. 1896, also vor 125 Jahren, wurde die neugotische Pfarrkirche Sankt Nazarius geweiht.

          Das unter Denkmalschutz stehende Gotteshaus muss dringend saniert werden. Auf 1,7 bis zwei Millionen Euro werden die Kosten geschätzt. Im Spätherbst 2021 oder im Frühjahr nächsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Ein solches Vorhaben zu finanzieren, ist für eine Kirchengemeinde keine leichte Aufgabe – weder in Rödermark noch in anderen Städten. Überall gehen die Mitgliederzahlen der Kirchen zurück; das wirkt sich drastisch auf deren finanzielle Möglichkeiten aus. In Rödermark haben sich daher 15 Privatleute zusammengefunden, um einen Förderverein „Freunde des Rodgaudoms“ zu gründen. Sie wollen dazu beitragen, die Kirche Sankt Nazarius als identitätsstiftendes Wahrzeichen von Rödermark auch für künftige Generationen zu erhalten.

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