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: Der Offenbacher "Lohwald" weicht nun endgültig einer Eigenheim-Siedlung

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Der Stadtteil "Lohwald" ist nicht mehr. Vor kurzem hat die letzte Großfamilie das Viertel verlassen, das einst bundesweit als "sozialer Brennpunkt" bekannt war. In den nächsten acht Wochen sollen die letzten vier Häuser der Siedlung niedergelegt werden.

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          Der Stadtteil "Lohwald" ist nicht mehr. Vor kurzem hat die letzte Großfamilie das Viertel verlassen, das einst bundesweit als "sozialer Brennpunkt" bekannt war. In den nächsten acht Wochen sollen die letzten vier Häuser der Siedlung niedergelegt werden. Nach Angaben von Reinhard Hantl, Geschäftsführer der stadteigenen Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft (EEG), wurde die Familie wie die meisten zuvor in einer Wohnung der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) untergebracht.

          Vor zwei Jahren hatte die EEG von der Nassauischen Heimstätte die Wohnblocks mit insgesamt mehr als 100 Wohnungen gekauft und die Häuser nacheinander abgerissen. Hantl zufolge sollen die 6 Millionen Euro teuren Erschließungsarbeiten zu dem Stadtteil "Waldheim-Süd" im nächsten Frühjahr beginnen. Der Stadtteil wird dann an die Stelle des "Lohwald"-Gebiets treten.

          Auch bereitet die EEG zur Zeit die Umsiedlung der Kleingärten vor, die sich in dem Viertel befinden. Etwa 180 Kleingärten sollen beseitigt werden, für 100 bis 120 ist im südlichen Teil des Buchhügels Ersatzgelände ausgewiesen. Hantl zufolge hat jedoch fast die Hälfte der Kleingartenbesitzer auf die Zuteilung einer Ersatzfläche verzichtet. Viele seien aus Offenbach weggezogen, andere wollten nicht länger einen Kleingarten unterhalten, sagte Hantl.

          In "Waldheim-Süd" will die Stadt auf einer Fläche von 5,1 Hektar Nettobauland 328 Wohneinheiten plazieren. Laut dem Entwurf zum Bebauungsplan sollen 100 Einfamilien- und Doppelhäuser sowie 114 Reihenhäuser errichtet werden. Hinzu kommen 106 Wohneinheiten in dreistöckigen "Punkthäusern". Hantl erwartet, daß zwischen 700 und 1000 Menschen in dem Viertel wohnen werden. Schon in zwei Jahren könnten die ersten Häuser stehen.

          Trotz der schwierigen Wirtschaftslage rechnet Hantl mit einer guten Nachfrage. Die "Rumpenheim Südwest GmbH", die das Areal vermarkten werde, knüpfe derzeit im Monat 20 bis 30 Kontakte zu neuen Interessenten. Die Verkaufsquote liege zwischen 5 und 10 Prozent. "Das ist ein gutes Ergebnis", sagte Hantl mit Blick auf das neue Wohngebiet "Rumpenheim Südwest (RSW)", das ebenfalls von der Gesellschaft an den Markt gebracht wurde. Von den 118 Häusern dieses Projekts sind 96 Prozent des ersten und 30 Prozent des zweiten Bauabschnitts bereits verkauft. Bis Ende 2004 will Hantl das Projekt beenden. Der EEG-Geschäftsführer sieht daher in der Entwicklung von "Waldheim-Süd" keine Konkurrenz zu dem Wohnviertel in Rumpenheim. Auch bei den Baulandpreisen ist Hantl zuversichtlich. So rechnet er in "Waldheim-Süd" mit einem Quadratmeterpreis von 400 bis 500 Euro. Die Grundstücke würden an Privatleute oder Bauträger verkauft und zum Teil von der RSW bebaut.

          Mit zwei Hektar Grünfläche gilt "Waldheim-Süd" den Planern als "Gartenstadt". Das sollen auch die Straßennamen anzeigen. Hantl will den Stadtverordneten Namen wie "Oleanderweg", "Heckenpfad" und "An den Linden" vorschlagen. Doch schon das Lohwald-Gebiet schmückten botanische Namen - zum Beispiel Holunderweg und Ulmenstraße. (ajw)

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