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Offenbach : Kaiserlei-Kreisel soll bis Ende 2019 verschwinden

  • -Aktualisiert am

Größter Kreisel der Republik: Als der Kaiserlei-Kreisel vor 50 Jahren in Offenbach gebaut wurde, setzte er neue Maßstäbe. Heute hätte man ihn gerne eine Nummer kleiner, dafür aber effizienter. Ein Umbau soll beides ermöglichen. Bild: dpa

Offenbach will im Februar mit dem Umbau beginnen. Kreuzungen sollen den Verkehrsknoten leistungsfähiger machen.

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          Der Kaiserlei-Kreisel in Offenbach, 1965 eröffnet und als größter Kreisverkehr Deutschlands konzipiert, wird in den nächsten drei Jahren durch Kreuzungen ersetzt. Der Verkehrsknoten an der Stadtgrenze zu Frankfurt soll so leistungsfähiger werden. Der Umbau kostet rund 37,3 Millionen Euro. Rund 66.000 Autos nutzen täglich den Kreisel, der an der Belastungsgrenze ist. Regelmäßig kommt es zu Unfällen, im Berufsverkehr bilden sich lange Autoschlangen. Prognosen zufolge steigt die Zahl der Fahrzeuge bis 2020 auf 79.000. Auf lange Sicht werden sogar 94.000 Fahrzeuge am Tag erwartet. Der Verkehr von und zur Autobahn 661 mischt sich im Kreisel mit Fahrzeugen, die zwischen Offenbach und Frankfurt unterwegs sind. Die Pläne sehen vor, die Verkehrsströme zu entflechten und den Fernverkehr vom Regional- und Nahverkehr zu trennen. Mit dem derzeit größten Straßenbauprojekt in Hessen will Offenbach den Verkehrsfluss am Kaiserlei optimieren. Durch den Neubau der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend und die neue Osthafenbrücke hat sich das Verkehrsaufkommen erhöht.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf der Berliner Straße und der Kaiserleipromenade gelangen die Fahrzeuge künftig von Offenbach nach Frankfurt und zurück; die Straßen unterqueren die auf Pfeilern ruhende Autobahn kreuzungsfrei. An der Strahlenbergerstraße entsteht unter der Autobahn eine Doppelkreuzung, die den Verkehr von und zur Autobahn verteilt. Im Januar will die Stadt die Bauleistungen vergeben. Der erste Spatenstich soll im Februar folgen.

          Kreuzung statt Kreisel: Unter der A 661 (Bildmitte) tauchen die Straßen hindurch. Es entsteht neues Bauland.
          Kreuzung statt Kreisel: Unter der A 661 (Bildmitte) tauchen die Straßen hindurch. Es entsteht neues Bauland. : Bild: dpa

          Im November 2019 soll alles fertig sein. Nachdem Frankfurt und Offenbach einen gemeinsamen Stadtplan erstellt hätten, rückten beide Städte jetzt auch verkehrstechnisch näher zusammen, hob Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gestern hervor. Die Stadt wird mittel- und langfristig außerdem 15 Hektar gewinnen, auf denen sich Firmen ansiedeln können. Davon liegen 1,8 Hektar innerhalb des heutigen Kreisels; das übrige Gelände befindet sich zwischen Kaiserleipromenade und Strahlenbergerstraße.

          Grundstücke und Betriebe in der Umgebung bleiben erreichbar

          Wegen der überregionalen Bedeutung des Verkehrsknotens, der auch als Zubringer zum Flughafen dient, erhält Offenbach erhebliche Zuschüsse: Der Bund beteiligt sich am Umbau mit 8,8 Millionen Euro, das Land mit 15,6 Millionen Euro. Knapp 8,8 Millionen Euro gibt Frankfurt dazu. Fast 2,9 Millionen Euro werden die Anlieger der Strahlenbergerstraße an Straßenbeiträgen zahlen müssen. Mit 1,2 Millionen Euro ist die Stadt Offenbach dabei. Bis zum Baubeginn war ein langer Weg zurückzulegen: Der Planfeststellungsbeschluss stammt aus dem Jahr 2000. In fünf Bauphasen soll das Projekt verwirklicht werden. Während der Bauzeit sollen Grundstücke und Betriebe in der Umgebung erreichbar bleiben. In der ersten Phase, die im Februar beginnt, werden nach Süden hin zwei provisorische Rampen von und zur A661 errichtet; außerdem wird innerhalb des Kreisels gebaut. In der zweiten Phase können die beiden provisorischen Rampen von Mai an befahren werden.

          Gleichzeitig entstehen Rampen, die über die Berliner Straße hinweg verlängert und weiter nördlich mit dem neuen Knotenpunkt der Strahlenbergerstraße verbunden werden. In der dritten und vierten Phase werden bis 2019 die Strahlenbergerstraße ausgebaut und die nördlichen Rampen zur A661 errichtet. Dann verschwindet auch der Kreisel. In der fünften Bauphase Ende 2019 wird die Berliner Straße wegen Leitungsarbeiten für einige Zeit gesperrt. Ob der Umbau auch Konsequenzen für den Bau einer Multifunktionshalle an der Stadtgrenze hat, war gestern kein Thema. Dazu gebe es keinen neuen Sachverhalt, hieß es. Die Offenbacher Koalition lehnt das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Frankfurt ab. Nach Angaben des Frankfurter Wirtschaftsdezernats kann die Halle trotz des Kreisel-Umbaus errichtet werden. Das hätten Verkehrsgutachten ergeben. Informationen gibt es unter www.kaiserlei-umbau.de. Für den 17. Januar um 19 Uhr lädt die Stadt Offenbach zu einer Informationsveranstaltung im „Hafen 2“, Nordring 129, ein.

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