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F.A.Z.-Leser helfen : Der Mond ist kein Gouda und kein Camembert

Hingucker: Gäste bei den Sonntagsgeschichten für Kinder in Oberursel Bild: Wonge Bergmann

Ein kleiner Schritt für eine Maus, aber ein großes Vergnügen für Kinder und Eltern: Torben Kuhlmann erzählt in Oberursel, was auf dem Mond wirklich geschah.

          Die Geschichte der Mondlandung muss neu geschrieben werden. Denn seit Sonntag wissen einfach zu viele, was wirklich geschah. Etwa 40 Kinder und ihre Eltern waren in Oberursel Zeugen, wie Torben Kuhlmann bei den „Sonntagsgeschichten“ die Wahrheit ans Sonnenlicht brachte.

          Ja, das erste Lebewesen auf dem Mond hieß Armstrong. Aber es war nicht Neil Armstrong, der Mensch, sondern Armstrong, die Maus. In der Buchhandlung Bollinger hätte man zeitweise Mondstaub fallen hören, so gespannt lauschten die Kinder dem Hamburger Autor und Illustrator Kuhlmann, als er im Rahmen der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ aus seinem neuen Buch „Armstrong“ las und die Geschichte der bemausten Raumfahrt entwickelte.

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          In den fünfziger Jahren beobachtet eine aufgeweckte Maus in New York Nacht für Nacht durch ein Teleskop den Mond. Es ist jene Maus, die Kuhlmann in seinem ersten Buch „Lindbergh“ nach Amerika hatte fliegen lassen. Enttäuscht davon, dass sie am Mäusestammtisch mit ihren Mondbeobachtungen kein Gehör findet, beschließt sie, es ihren Mitmäusen zu zeigen. Die denken nämlich reichlich schlicht: Der Mond ist gelb und rund und hat bei näherem Hinsehen Löcher, also muss der Mond ein Käse sein, „denn für Mäuse gibt es nichts Schöneres als Käse“.

          Mit dem festen Ziel, die Käselegende zu widerlegen, liest unsere Maus alle Bücher über den Mond, die sie nur kriegen kann. Sie schleicht sich sogar in einen Hörsaal und lauscht einer Vorlesung. Dabei bleibt sie freilich nicht unerkannt: Kuhlmanns junge Zuhörer entdecken sie sofort auf einer Lampe.

          Strumpfhosen-Zwille

          Bald wird der Maus klar, dass sie zum Mond fliegen muss. Ein erster Versuch mit einem Weltraumkatapult geht allerdings schief, die von einer Strumpfhosen-Zwille in die Höhe geschleuderte Kapsel bleibt in einer Stromleitung hängen. Die Maus versteht, dass sie größer denken muss: Ein Raketenschlitten muss her. „Funktioniert nicht“, wirft ein Junge ein. Kindliche Skepsis in allen Ehren, doch natürlich schafft es die Maus, in einer von ihr konstruierten Rakete auf dem Mond zu landen und ein für allemal die Mäusestammtischparole zu widerlegen, der Erdtrabant sei ein Gouda oder Camembert.

          Als die Mausrakete sicher zur Erde zurückkehrt, sind die Kinder im Raumfahrtzentrum Oberursel mindestens ebenso erleichtert wie die Astronautenmaus. Und was sah Neil Armstrong, als er 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr unserer Zeit den Mond betrat? Eine Fahne mit dem Symbol einer Maus.

          Wie er die Maus im Mond zeichnet, demonstrierte Kuhlmann in Oberursel ebenfalls. Die zugunsten der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ versteigerte großformatige Skizze kommt in der Buchhandlung Bollinger zu Ehren. Buchkäufer, die sie dort sehen, wissen nun: Armstrong ja, aber Neil war nicht der Erste.

          Kuhlmann wird Ende November für „Armstrong“ mit dem Kinderhörbuchpreis „Bücher entern Ohren“ ausgezeichnet. Eine ganz irdische Anregung nimmt er unterdessen aus Oberursel mit: Als er ein Foto zeigt, wie er an seinem Schreibtisch arbeitet, ruft ein Mädchen angesichts zerknüllter Entwurfszettel auf dem Fußboden: „Du brauchst’n Papierkorb.“

          Die nächsten Sonntagsgeschichten: Am 18. Februar 2018 liest Maja Nielsen in der Buchhandlung „Bücher im Bogen“ in Frankfurt-Preungesheim, Gravensteiner Platz 4.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

           Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für ein Projekt, bei dem Jugendliche durch die Arche Frankfurt-Nordweststadt auf dem Weg ins Erwachsenen- und Berufsleben unterstützt werden, und zugunsten eines Kinderheims in der Ukraine, das vernachlässigte, wohnungslose und missbrauchte Kinder aufnimmt. Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten: 

          Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11 

          Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

          Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden. Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de.

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