https://www.faz.net/-gzg-a4d5y
Carsten Knop

Unfall nach Protest : Es reicht am Dannenröder Forst

  • -Aktualisiert am

Unnötige Eskalation: Demonstranten seilen sich ab und sorgen für Gefahr. Bild: dpa

Eine Demonstration gegen den Ausbau der A49 hat einen schweren Verkehrsunfall zur Folge – eine völlig unnötige Eskalation. Wenn den sogenannten Aktivisten etwas passierte, wäre ganz gewiss die Polizei „schuld“. Das lässt sich für das Unfallopfer auf der Autobahn nicht sagen.

          1 Min.

          Es ist genug. Eine Demonstration gegen den Ausbau der Autobahn 49 hatte nicht nur einen kilometerlangen Stau auf der Autobahn A3 zur Folge – sondern auch einen schweren Verkehrsunfall mit einem Schwerverletzten. Und das nur, weil es sogenannte Umweltaktivisten für eine gute Idee gehalten haben, sich von einer Autobahnbrücke abzuseilen, um Transparente entrollen zu können.

          Was dort geschrieben stand, ist irrelevant. Das Ergebnis ist entscheidend. Hier geht es um einen Protest gegen ein über Jahrzehnte hinweg geprüftes Infrastrukturprojekt in einem modernen Industriestaat. Es geht um mehr Lebensqualität für lärmgeplagte Bewohner, die seit einer Generation unter einem nicht mehr zu ertragenden Durchgangsverkehr leiden.

          Bekämpft wird ein Straßenbau, der sämtliche erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Umwelt selbstverständlich berücksichtigt, den eine breite Landtagsmehrheit will und den auch die Grünen dort mittragen. Natürlich begeben sich die sogenannten Aktivisten auch selbst in Gefahr. Wenn etwas passierte, dann wäre aber ganz gewiss die Polizei „schuld“. Das lässt sich für das Unfallopfer auf der Autobahn nicht sagen. Die Auslöser dafür stehen fest. Es ist eine vollkommen unnötige Eskalation – und auch die Beschädigung von Polizeifahrzeugen ist kein Bagatelldelikt.

          Wenn ein Autofahrer betrunken auf dem Bürgersteig fährt, dann genügt es nicht, Gott um Hilfe anzuflehen, man muss dem Fahrer das Steuer entreißen. Mit diesem Beispiel des Theologen Dietrich Bonhoeffer wird Theologie-Studenten die Grenze der Gewaltlosigkeit erklärt. Hier ist es ganz ähnlich. Der Staat, der sich das Gewaltmonopol vorbehält, muss gegen Menschen, die direkt oder indirekt mit Gewalt hantieren, vorgehen. Es reicht am Dannenröder Forst, schon jetzt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frauen demonstrieren im August vor dem Justizzentrum in Potsdam für das Paritätsgesetz.

          Nach Thüringen : Verfassungsgericht kippt Paritätsgesetz in Brandenburg

          Nach Thüringen haben auch die Verfassungsrichter in Brandenburg das Paritätsgesetz für die gleichmäßige Besetzung von Listen für Landtagswahlen mit Frauen und Männern abgelehnt. Das Gericht gab damit zwei Klagen der NPD und der AfD recht.
          Klinische Phase: Wie hier in Indonesien laufen inzwischen zahlreiche Studien, in denen potentielle Impfstoffe gegen Corona an Freiwilligen getestet werden.

          Viele Fragen offen : Corona-Impfung mit Fragezeichen

          Weltweit wird in Rekordtempo an einem Corona-Impfstoff geforscht. Doch die Zulassungsstudien werden von einem Todesfall und quälenden Unsicherheiten überschattet.

          Trump gegen Biden : Die Höhepunkte der Debatte im Video

          Die zweite und letzte Debatte zwischen Amerikas Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden lief deutlich ruhiger als die erste. Dennoch zeigten sich beide Kandidaten angriffslustig. Sehen Sie hier die Analyse im Video.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.