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Deponie in Steinbruch geplant : Bauschutt oder giftige Abfälle

Umstritten: der ehemalige Steinbruch an der Autobahn 60 in Mainz Bild: Michael Kretzer

Läuft alles nach Plan der Stadt, könnte in einem Mainzer Steinbruch eine etwa elf Hektar große Sondermülldeponie in zwei bis drei Jahren eröffnet werden. Doch Anwohner wehren sich dagegen. Sie haben Angst vor möglichen Giften.

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          In weißen Arbeitsoveralls und mit Mundschutz vor dem Gesicht haben Mitglieder der Bürgerinitiative „Mainz 21“ noch einmal darauf hingewiesen, warum sie gegen die von der Stadt geplante Sonderabfalldeponie sind. Das umstrittene Vorhaben soll in dem ohnehin zu verfüllenden Steinbruch zwischen Weisenau, Laubenheim und Hechtsheim verwirklicht werden. Für die Gegner des Projekts steht fest, dass dies, so wie es ursprünglich einmal mit dem Baustoffkonzern Heidelberg Cement AG vereinbart worden sei, ausschließlich mit unbelastetem Erdaushub zu geschehen habe.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Seit nunmehr vier Jahren wehren sich vor allen Betroffene, deren Häuser im ungünstigsten Fall kaum 100 Meter von der großen Grube entfernt liegen, gegen die vom Stadtrat im Dezember 2015 beschlossenen Pläne, ebendort eine mineralische Deponie einzurichten, in der künftig Bauschutt der Schadstoffklassen I und II eingelagert werden sollen.

          Erörterungstermine zum Plan

          Noch ist es zwar nicht offiziell verkündet worden, doch sind die zwingend zum Planfeststellungsverfahren gehörenden Erörterungstermine inzwischen offenbar festgelegt worden: Sie sollen am 10. und 11. sowie gegebenenfalls auch noch am 12. Dezember, jeweils von 10 Uhr an, im Kürfürstlichen Schloss zu Mainz ausgerichtet werden. Nach Ansicht der Bürgerinitiative ist dies wohl die letzte Gelegenheit, „um mit den verantwortlichen Parteien, dem Entsorgungsbetrieb Mainz als künftigem Betreiber sowie der zuständigen Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd“ darüber zu diskutieren, ob ein solches Großprojekt den Bürgern der umliegenden Stadtteile und Wohngebiete zuzumuten sei. Außerdem gehen die Gegner davon aus, dass „die geplante Sondermülldeponie mit mehr als 60 Millionen Euro am Ende mindestens doppelt so teuer werden wird als eigentlich kalkuliert“.

          Neben den vorbereitenden Arbeiten, wie der vorgesehenen Rüttelstopfverdichtung, die umliegende Häuser schädigen könne, fürchten Anwohner zum einen, durch Schadstoffe selbst gefährdet zu werden. Außerdem sei der Rheingraben kein geeigneter Ort für eine solche „Mülldeponie“. Falls die Folienabdichtung etwa infolge eines Erdbebens doch einmal beschädigt werde, ist nach Ansicht der Bürgerinitiative nicht auszuschließen, dass eben doch gefährliche Schadstoffe in den Untergrund und ins Grundwasser gelangten.

          Elf Hektar große Deponie geplant

          Die Stadt dagegen hat mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht beabsichtigt sei, auf der zu verfüllenden südlichen Teilfläche des Steinbruchs giftige respektive potentiell krebserregende Stoffe, wie Asbest oder Schlacke, einzulagern. Es gehe ausschließlich um mineralische Materialien, wie Bauschutt, Straßenaushub und Gleisschotter, die in Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen anfielen.

          Läuft alles nach Plan, könnte die etwa elf Hektar große Deponie vermutlich in zwei bis drei Jahren eröffnet werden, um – nach 15 bis 20 Jahren Verfüllung – im Zuge eines Renaturierungsprojekts dann für immer unter einer Erdschicht zu verschwinden.

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