https://www.faz.net/-gzg-9lerc

Umbaupläne für Karstadt-Areal : Das Mainzer Maß

  • -Aktualisiert am

Hier geht noch was: Mainzer Karstadt-Areal Bild: Frank Röth

Hamburger Projektentwickler haben mit ihren Plänen für das Mainzer Karstadt-Areal zu groß gedacht. Jetzt ist das Ganze auf ein recht verträgliches „Mainzer Maß“ zusammengestutzt, was dem immer noch gewaltigen Bauvorhaben guttun dürfte.

          Das sieht doch schon ganz erfreulich aus. Jedenfalls viel besser als das, was die seinerzeit großspurig angetretenen, am Ende aber großartig auf die Nase gefallenen Hamburger Projektentwickler mit dem Karstadt-Areal anstellen wollten, um im Herzen der Stadt eine überdimensionierte ECE-Passage zu schaffen. Jetzt ist das Ganze auf ein recht verträgliches „Mainzer Maß“ zusammengestutzt, was dem immer noch gewaltigen Bauvorhaben guttun dürfte.

          Es geht um ein neues, attraktives Einkaufszentrum: mit einem verkleinerten Karstadt-Kaufhaus als Anziehungspunkt, etlichen weiteren Läden und einem mit großer Freitreppe und mehreren Bühnen aufgewerteten „Schauraum“, in dem sich junge Unternehmen, Künstler und Ausstellungsmacher künftig je nach Bedarf und Jahreszeit im Innenhof unter einem Glasdach präsentieren sollen.

          Verzicht auf maximal mögliche Fläche

          Dass die Boulevard Lu GmbH, die von dem in ganz Rheinhessen bekannten Familienbetrieb Gemünden geführt wird, in diesem Fall freiwillig darauf verzichtet, die maximal mögliche Fläche zu bebauen, ist eher ungewöhnlich. Es zeigt aber, dass die Verantwortlichen nach vielen Gesprächen, Workshops und Besichtigungen anderer Zentren verstanden haben, um was genau es hier geht: nicht um irgendeine x-beliebige Baustelle, sondern um einen komplizierten Eingriff an der Hauptschlagader der Stadt. Erstaunlich ist dabei, dass man in der Bauverwaltung offenbar bis zuletzt bereit gewesen wäre, öffentliche Flächen und Straßenraum „herzuschenken“, um einen potentiellen Investor nicht zu verprellen.

          Gut, dass es jetzt wohl anders kommt. Die beabsichtigte Kleinteiligkeit, also die Mischung aus Handel, Gastronomie und Kulturbetrieben, verspricht nicht nur mehr Abwechslung für alle. Vielmehr lässt sich so das wirtschaftliche Risiko für die Betreibergesellschaft verringern, der man im Internetzeitalter keine Garantie mehr geben kann, dass das nun gewählte Konzept auch noch in 25 Jahren funktioniert. Dass die Projektentwickler, ein seit Jahrzehnten bewährtes Duo aus Familienbetrieb und Kreissparkasse, zumindest einen Teil des Karstadt-Areals irgendwann in andere Hände abgeben werden, steht außer Frage. Schließlich investieren beide nicht alle Tage einen dreistelligen Millionenbetrag. Und zumindest ein bisschen Gewinn werden sie damit schon machen wollen.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Folgen:

          Weitere Themen

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.