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Abseil-Aktionen auf Autobahnen : Gegnerin des A-49-Ausbaus nach Attacke auf Polizisten in U-Haft

  • Aktualisiert am

Plakativ: Umweltaktivisten selten sich von einer Brücke an der A2 ab, Gleiches geschah an mehreren anderen Autobahnen in Hessen und Thüringen Bild: dpa

Wegen einer mutmaßlichen Attacke auf Polizisten sitzt eine Gegnerin des A-49-Ausbaus nun in U-Haft. Aktivisten ließen zuvor mit Protesten gegen Rodungen im Dannenröder Forst den Verkehr auf Autobahnen in Hessen und anderen Bundesländern erlahmen.

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          Eine nach einem mutmaßlichen Angriff auf zwei Polizisten im Dannenröder Wald festgenommene Frau ist in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft Gießen wirft der Ausbaugegnerin nach eigenen Angaben vom Freitag unter anderem versuchten Totschlag vor. Wer die Frau ist, war zunächst unklar. Sie hatte bei ihrer Festnahme am Donnerstag keine Ausweispapiere dabei und verweigert entsprechende Angaben.

          Den Ermittlungen zufolge soll die Festgenommene auf einem Baum in einer Höhe von 15 Metern einen Polizisten mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Einem anderen Beamten rammte sie ihr Knie ins Gesicht. Die Polizisten hatten die Frau im Zuge der Räumungsarbeiten von dem Baum holen wollen und wären durch den Angriff nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft beinahe in die Tiefe gestürzt.

          Autobahnen nach Aktionen gesperrt

          Wegen einer Protestaktion von Umweltaktivisten gegen den Ausbau der Autobahn 49 war am Freitagmorgen nicht nur die Autobahn 7 bei Kassel komplett gesperrt worden. Wie ein Polizeisprecher sagte, entrollten die Aktivisten Plakate, zwei von ihnen seilten sich demnach ab. Zudem gab es eine Abseilaktion in Gießen über der Autobahn 485. Auch in Jena haben sich am Freitagmorgen zwei Umweltaktivisten von einer Brücke über der Autobahn 4 abgeseilt. Die Autobahn wurde gen Chemnitz gesperrt. Von einer Brücke an der A2 nahe Braunschweig ließen ebenfalls Umweltschützer per Seil ab.

          Nach Angaben der Gießener Polizei entrollten nahe der Abfahrt Grünberger Straße mehrere Banner. „Als die ersten Streifen dort eintrafen, hatten sich zwei Personen auf der Fahrbahn Richtung Norden und eine Person Richtung Süden abgeseilt. Vier Personen, die die Handlungen dort unterstützten, wurden festgenommen“, meldet die Polizei. Die A 485 sei gesperrt worden.

          Mittelhessens Polizeipräsident Bernd Paul hat sich gegen einen Rodungsstopp im Dannenröder Forst ausgesprochen. Unter anderem die evangelische Kirche hatte einen Stopp an den Adventssonntagen gefordert. Auf die Idee jetzt die Rodungen anzuhalten, um zur Besinnung zu kommen, würde er nicht kommen, sagte Paul dem hessischen Privatsender Hit Radio FFH. Damit werde der Einsatz nur noch weiter verlängert.

          Er wollte „mit der gebotenen Gründlichkeit und Sicherheit die Rodungen abschließen“, damit die Einsatzkräfte noch vor Weihnachten zurück zu ihren Familien können. Auf Twitter berichtet die Polizei Mittelhessen über den Fortgang des Einsatzes. Demnach haben Beamte am Vormittag eine Person samt Baumhaus auf den Boden geholt. „Millimeterarbeit mit dem Bagger“, heißt es in einem Tweet.

          Befürworter erhoffen sich Erleichterungen

          In dem Waldstück nahe Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis sollen auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für den Weiterbau der A 49 gerodet werden, die Arbeiten laufen bereits. Umwelt- und Klimaschützer protestieren, weil sie das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt halten. Es gab bereits mehrere Blockade- und Abseilaktionen an Autobahnen.

          Befürworter versprechen sich von dem Weiterbau der A 49 weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den Dörfern und eine bessere Anbindung ans Straßennetz.

          Hängepartie: Schon im Oktober sorgten Aktivisten an Autobahnbrücken mit ihren Protesten gegen Rodungen im Dannenröder Forst für Polizeieinsätze und Sperrungen
          Hängepartie: Schon im Oktober sorgten Aktivisten an Autobahnbrücken mit ihren Protesten gegen Rodungen im Dannenröder Forst für Polizeieinsätze und Sperrungen : Bild: Lucas Bäuml

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