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Corona-Krise : Nur wenig geht noch in der Glücksspielbranche

Durch die Corona-Krise entgehen der Glücksspielbranche Einnahmen. Für Süchtige ist es eine Chance für den Entzug (Symbolbild). Bild: dpa

Die Glücksspielbranche leidet nach eigener Darstellung wie kaum eine andere unter der Corona-Krise. Die Lage am Markt der Sportwetten ist besonders unübersichtlich.

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          Für Spielsüchtige bedeutet die Corona-Krise eine ungeahnte Chance, aus der Abhängigkeit herauszukommen. Aber es ist ein sehr kalter Entzug. Mit der Pandemie sind die Möglichkeiten zu zocken von einem auf den anderen Tag zusammengeschnurrt. Das gilt sowohl für den in den vergangenen Jahren durch das Internet angeheizten Boom der Sportwetten als auch für die real existierenden Spielhallen. Diese sind, ebenso wie die Casinos in Bad Homburg und Wiesbaden, seit drei Wochen aus Gründen des Infektionsschutzes bundesweit geschlossen. Die Automatenwirtschaft, wie sich die Branche selbst nennt, hat seither keine Einnahmen mehr.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Michael Wollenhaupt, Geschäftsführer des hessischen Verbandes, nennt die Lage der rund 500 Betriebe „extrem schwierig“, überall stünden die Walzen in den Automaten still. Seiner Kenntnis nach hätten nahezu alle und in vollem Umfang Kurzarbeit beantragt. Es treffe insgesamt rund 6500 Mitarbeiter, diejenigen nicht mitgerechnet, welche die Automaten aufstellen und warten. Vergessen werde, dass auch ein großer Teil der Automaten in inzwischen ebenfalls geschlossenen Gaststätten hingen. Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern ebenfalls dringend, Mittel der Soforthilfe von Bund und Land zu beantragen. Denn an den laufenden Kosten, insbesondere an den Aufwendungen für Miete, habe sich nichts geändert.

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