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35 Infizierte in Hessen : Neun Corona-Fälle mehr innerhalb eines Tages

  • Aktualisiert am

Erster Krankheitsfall: die Europäische Zentralbank in Frankfurt Bild: Tim Wegner/laif

Ein Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank in Frankfurt ist mit dem Coronavirus infiziert. Auch die Deutsche Bank bestätigte einen infizierten Mitarbeiter. In Hessen steigt die Zahl der Patienten auf 35.

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          In Hessen gibt es derzeit 35 bestätigte Coronavirus-Infizierte. Dies teilt das Sozialministerium mit. Am Montagnachmittag waren es neun Patienten weniger gewesen. Neue Fälle gibt es demnach am Dienstag in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Gießen, Hochtaunus, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf und in der Stadt
          Offenbach.

          Im Kreis Bergstraße wurden 14 enge Kontaktpersonen einer mit infizierten Frau unter Quarantäne gestellt. Die Frau habe sich in Berlin angesteckt, erklärte der Kreis. Im Landkreis Gießen wurde eine infizierte Frau mit Fieber und Krankheitsanzeichen häuslich isoliert, ebenso wie ihre Familie. Die Frau steckte sich den Angaben zufolge in Österreich an.

          Gute Nachrichten gibt es dagegen zu einer Gruppe von Berufsschülern in Gießen, die nach einer Skifreizeit in Südtirol in häuslicher Quarantäne sind. Bei einem Mitglied der Gruppe sei ein Abstrich genommen worden, der Befund sei negativ, sagte ein Sprecher des Kreisgesundheitsamts der F.A.Z. Ob auch bei anderen Schülern Abstriche genommen wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Behörde werde von Ärzten nur im Falle positiver Befunde informiert.

          100 Mitarbeiter im Homeoffice

          Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt gibt es einen ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Ein Mitarbeiter sei positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden, teilte die EZB am Montagabend in Frankfurt am Main mit. Rund 100 Kollegen, die in der Nähe des Betroffenen gearbeitet haben, sollen als Vorsichtsmaßnahme demnach nun von zu Hause aus arbeiten. „Potentiell betroffene“ Büros würden gründlich gereinigt.

          Die EZB hatte erst am Montag den Notfall getestet und ihre rund 3700 Beschäftigten in Frankfurt am Main aufgefordert, von zu Hause zu arbeiten. Mit dem eintägigen Homeworking-Test sollte vor allem die IT-Infrastruktur der Zentralbank getestet werden - also etwa das Funktionieren der Datenübermittlung. Der Test sei „erfolgreich“ verlaufen, erklärte die EZB.

          Die EZB hatte bereits in der vergangenen Woche erste Vorsichtsmaßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus getroffen. Die Mitarbeiter sollen auf nicht unbedingt nötige Dienstreisen verzichten, alle nicht notwendigen Besuche sollen unterbleiben, Konferenzen in den Räumlichkeiten der EZB wurden verschoben.

          Am Donnerstag trifft sich der EZB-Rat zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung. Beraten werden die Ratsmitglieder über zusätzliche Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft in der Eurozone wegen der Belastungen durch die Coronavirus-Epidemie.

          Auch bei der Deutschen Bank ist ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte ein Sprecher. Als Konsequenz sollen Beschäftigte in seinem Umfeld von unterschiedlichen Orten aus arbeiten, teilweise auch von zu Hause. Finanzkreisen zufolge ist von der Maßnahme eine höhere zweistellige Zahl von Mitarbeitern betroffen. Bereits am Montag hatte die Bank wegen der Corona-Epidemie Mitarbeiter des Handelsteams in London auf verschiedene Standorte verteilt.

          Fiebermessung an einer Straßenkontrolle im chinesischen Kreis Susong. Öffnen

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