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Zwangspause wegen Coronavirus : Fähre auf Werftbesuch

Angedockt: Derzeit fährt die „Stadt Seligenstadt“ nicht, sondern liegt auf einer Werft Bild: Mathias Neubauer

Werft statt Main: In der Corona-Zwangspause wird die „Stadt Seligenstadt“ gewartet. Wenn die Kontaktsperren wieder aufgehoben sein weden, soll die Fähre wieder in Betrieb genommen werden.

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          Weil der Fährbetrieb derzeit ohnehin eingestellt ist, hat sich die „Stadt Seligenstadt“ von ihrem angestammten Liegeplatz verabschiedet, um sich stromaufwärts in Erlenbach einer Generalüberholung zu unterziehen. Man nutze die durch die Corona-Krise verursachte Zwangspause, um die seit 1971 bei Mainkilometer 69,6 zwischen dem hessischen und dem bayrischen Flussufer verkehrende Wagenmotorfähre etwas früher als ursprünglich geplant in die Werft zu schicken, teilte der Bürgermeister der Einhardstadt, Daniell Bastian (FDP), mit. Zu diesem Zeitpunkt war das 28 Meter lange und 8,40 Meter breite Fährschiff schon auf dem Weg in die Werkstatt, wo es wie zuletzt vor fünf Jahren getestet werden soll. Danach soll es die Verlängerung der Betriebserlaubnis erhalten.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Rund 75 000 Euro sind im Wirtschaftsplan der Stadt für Kontrolle und Inspektion der Fähre vorgesehen. Weil einige der anstehenden Arbeiten in den vergangenen Tagen allerdings schon von Mitarbeitern der Stadtwerke erledigt wurden, könnte der Ausflug nach Erlenbach die Kommune jetzt günstigstenfalls sogar etwas weniger kosten, als veranschlagt war. Die Fachleute dort sollen unter anderem mit Spezialmessgeräten den Boden der Fähre auf Dichtigkeit, Stärke und möglichen Verschleiß überprüfen. Außerdem werden laut Mitteilung der Stadt die beiden Motoren ausgebaut und einschließlich der Antriebsaggregate komplett zerlegt, um möglicherweise defekte oder verschlissene Teile finden und ersetzen zu können.

          „Nähe herstellen“

          Auch die hydraulischen Vorrichtungen der Landungspritschen sowie alle sonstigen beweglichen Teile wie Zahnketten und Zahnriemen, Haltebolzen, Antriebswellen und Kugellager müssten bei der großen Inspektion genauer betrachtet und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

          Eine Fährverbindung über den Fluss ist bei Seligenstadt schon seit dem neunten Jahrhundert belegt. Das im Volksmund auch als „Neewe“ bekannte Angebot – ein Begriff, der offenbar soviel wie „Nähe herstellen“ meint – wurde zunächst vom Kloster organisiert und ging später in die Zuständigkeit der Stadt über, die seit dem 19. Jahrhundert Fährleute beschäftigte.

          Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Kommune die Sache in die eigene Hände. 1971 wurde schließlich die „Stadt Seligenstadt“ angeschafft, die bis zu 100 Personen, aber auch Autos, Kleinbusse und Lastwagen mit bis zu 7,5 Tonnen Nutzlast über den Fluss bringen kann. Allerdings erst dann wieder, wenn die aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen wegen des Coronavirus aufgehoben sind.

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