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Corona-Verschwörungstheorien : „Wir sind keine Idioten“

  • -Aktualisiert am

Auf dem Boden der Tatsachen? Teilnehmer der Demo „Querdenken“ auf den Cannstatter Wasen Bild: dpa

Alles nur eine große Verschwörung? Wie „Querdenker“ in Darmstadt ihren Protest gegen die Corona-Verordnungen erklären. Und sich dabei mit Luther vergleichen.

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          Gesichtsmasken hat der 52 Jahre alte Familienvater aus Groß-Gerau schon Ende Januar gekauft. Er begann, sein Umfeld vor dem neuen Virus aus China zu warnen. Er sei ausgelacht und Verschwörungstheoretiker genannt worden, erzählt er. Vier Monate später steht er in Darmstadt auf dem Messplatz, protestiert auf einer Demo der „Querdenker 615“ gegen die Maskenpflicht – und sieht sich wieder dem Vorwurf ausgesetzt, kruden Theorien anzuhängen. Dass er als „Spinner“ bezeichnet wird, juckt den großen Mann mit graumelierten Haar und Bart seinen Worten nach nicht. Aber dass es von Anfang an keinen Diskurs gegeben habe, das bringt ihn in Rage. „Warum werden angesehene Wissenschaftler ignoriert oder sogar diffamiert, nur weil sie eine andere Meinung haben als der Virologe Christian Drosten?“

          Er empfiehlt, den Dokumentarfilm „Profiteure der Angst“ des Fernsehsenders Arte über die Schweinegrippe von 2009 zu schauen: „Diese Wissenschaftler hatten damals recht und nicht Drosten.“ Eine Seniorin, die mit ihrem Mann hier ist, fragt, warum jeder Bürger, der sich kritisch über die Regierungsprogramme äußere, als Verschwörer oder sogar als rechtsradikal tituliert werde. „Ich erinnere hier mal an Galileo oder Luther.“

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