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2067 neue Corona-Infektionen : Verschärfungen für Frankfurt, Mainz oder Offenbach möglich

Die Maskenpflicht könnte ausgeweitet werden: Frankfurt und weitere Städte im Rhein-Main-Gebiet liegen immer noch jenseits einer Inzidenz von 200. Bild: Finn Winkler

Plateau erreicht, aber der Abstieg ist noch nicht möglich: Die hessische Corona-Gipfeltour gibt immer noch genug Anlass zur Sorge. Rhein-Main hat weiter eine hohe Dichte an Hotspots mit Inzidenzwerten jenseits von 200.

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          Die Anzahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist mit mehr als 2000 Fällen binnen 24 Stunden deutlich gestiegen. Die Zahl der bekannten Infektionen erhöhte sich mit den 2067 Fällen am Donnerstag in dem Bundesland seit Beginn der Pandemie auf 81.327. Dies geht aus Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor (Stand 00.00 Uhr). Bislang starben in Hessen 1163 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle stieg im Vergleich zum Vortag um 52.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die sogenannte Inzidenz - also die Zahl von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen - lag am Donnerstag in Hessen bei 158,2 und sank damit leicht. Am Mittwoch hatte der Wert bei 161,7 gelegen.

          Inzidenzwert über 200

          Das Plateau gilt damit als erreicht, doch von einem Sinken der Zahl an neuen Fällen kann auch in Hessen noch keine Rede sein. Am Mittwoch wurden nur gut 60 weniger Neuinfektionen gemeldet als am selben Tag der Vorwoche. Das RKI merkt an, das Virus habe sich zuletzt wieder vermehrt unter Älteren verbreitet. So mehrten sich schwere Verläufe der Lungenkrankheit und Todesfälle.

          208, 218, 226 und 278 lauten für den Landkreis Offenbach, sowie die Städte Frankfurt, Offenbach und Mainz die Inzidenzwerte. Für Wiesbaden sind derweil sehr unterschiedliche Werte im Umlauf: Laut Rki bewegt sich die Inzidenz in der hessischen Landeshauptstadt bei lediglich 125, auf den stadteigenen Seiten kursiert ein Wert von 239. Diese Kreise gehören somit zu den 62 bundesweit, für die von den Ländern besondere Maßnahmen erwartet werden nach den Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch und Donnerstag. Sie betonte, das fortan oberhalb von einem Wert von 200 beispielsweise Maskenpflicht im gesamten frei zugänglichen öffentlichen Raum denkbar wäre.

          Bis auf zwei Landkreise liegt die Inzidenz in ganz Hessen auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Sozialministeriums. Auch deshalb dürfte Hessen besondere Maßnahmen ergreifen, die die Landesregierung am Donnerstag diskutiert.

          Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den Zahlen des Robert Koch-Instituts abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums in Wiesbaden.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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