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Corona-Sonderprogramm : Der Schulleiter und die 95 Geräte

Stapelweise Tablets: Schulleiter Felix Blömeke (Mitte) mit den Kollegen Kim Bucher und Roland Glotzbach Bild: Frank Röth

Eine Gesamtschule in Schwalbach hat im Zuge des Corona-Sonderprogramms vom Landkreis iPads erhalten. Jetzt sollten die Geräte an die Schüler verteilt werden. Klingt vielversprechend. Ist aber kompliziert.

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          Steht ein Schulleiter vor 95 iPads und kann sich nicht richtig freuen. Felix Blömeke hat die Geräte zusammen mit ein paar Kollegen ausgepackt; 19 Pakete mit Tablets und zwei mit Tablet-Hüllen hatte der Main-Taunus-Kreis geschickt. Die blieben erst einmal im Verwaltungstrakt der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach stehen. Aber nach ein paar Tagen störten die riesigen Schachteln dort doch ziemlich. Also entsorgten Blömeke und seine Leute das Verpackungsmaterial, klickten die Hüllen an die Geräte und schichteten alles säuberlich übereinander. Jetzt liegen die iPad-Stapel in den Schränken eines schmalen, vollgestopften Raums schräg gegenüber von Blömekes Dienstzimmer. In einem Fach ganz unten steht eine Kiste mit 95 aufgerollten weißen Ladekabeln.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Geräte sind natürlich nicht für die Schränke gedacht, sondern für Schüler der Gesamtschule. Aber wer Blömeke eine Weile zuhört, begreift, dass sich das unkomplizierter anhört, als es ist. Die iPads hat der Kreis aus dem Corona-Sonderprogramm von Bund und Land erhalten, insgesamt fast 3000 Geräte für Schüler aus schlecht ausgestatteten Familien zwischen Main und Taunus. Vorher gab es eine Umfrage des Kreises bei den Schulen, wie viele Kinder ein iPad benötigten. Nach aufwendigen Rücksprachen mit Eltern und Kindern bestellte Blömeke in dem digitalen Formular 120 Geräte; es kamen die 95. Im Vergleich zu anderen Schulen sei das ein gute Quote, sagt der Schwalbacher Schulleiter. Viele Familien seiner Schulgemeinde erhielten Leistungen aus dem Paket Bildung und Teilhabe.

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