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Corona-Pandemie in Hessen : Steiler Anstieg der Infektionen in Offenbach

Coronatests in Hessen: Ein Mitarbeiter der Firma Centogene arbeitet in einem Laborcontainer am Flughafen Frankfurt. (Archivbild) Bild: dpa

Weil sich die Fälle häufen, gilt nun in Offenbach die dritte Stufe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Darunter fallen strengere Kontaktbeschränkungen und gegebenenfalls die Schließung von Einrichtungen, in denen die Infektionen aufgetreten sind.

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          Weil sich in Offenbach der sprunghafte Anstieg der Corona-Neuinfektionen vom Freitag auf Sonntag fortgesetzt hat, gilt in der 140.000-Einwohner-Stadt nun die dritte Stufe des Konzepts des Landes Hessen zur Bekämpfung der Pandemie. Nach den am Sonntag vom hessischen Sozialministerium veröffentlichten Zahlen ist in Offenbach die Zahl der innerhalb von sieben Tagen Neuinfizierten je 100.000 Einwohner von 21,6 am Freitag auf 36 am Sonntag gestiegen. Bei mehr als 35 wird die dritte Stufe der Restriktionen ausgelöst. In den ersten beiden Stufen unter dieser Grenze sind noch keine erheblichen Verschärfungen vorgesehen, es gelten die bekannten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sowie Abstand- und Maskenpflicht.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Übersteige der Wert wie nun in Offenbach die Zahl 35, sind wieder strengere Kontaktbeschränkungen die Folge und gegebenenfalls die Schließung von Einrichtungen und Betrieben, in denen Infektionen aufgetreten sind. Ob in Offenbach nun alle Möglichkeiten der Verschärfung ausgeschöpft werden, wird der von Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), den Dezernenten und weiteren Fachleuten gebildete Krisenstab der Stadt am Montagabend bekanntgeben. Sicher ist in jedem Fall, dass es bei einem weiteren Anstieg bis über die Marke von 50 Neuinfizierten hinaus zu weitergehenden Einschränkungen kommen wird: Einrichtungen und Betriebe müssen wieder geschlossen, Zusammenkünfte untersagt und gegebenenfalls auch die Mobilität eingeschränkt werden.

          Viele der Infizierten sind Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten. Eine größere akute Ausbruchsquelle war den Angaben zufolge auch eine Busreise zur Besichtigung einer Käsefabrik in Holland.

          Schwenke appellierte an die Offenbacher, nicht unbedingt nötige Kontakte zu vermeiden: „Es geht um unsere Gesundheit, es geht aber auch um unsere Arbeitsplätze, Kultur, Gastronomie und Sport“, sagte er am Sonntag. Ordnungsdezernent Peter Freier (CDU) warnte, Verstöße gegen die Corona-Regeln würden konsequent geahndet, was im Ernstfall eine Strafe von mehreren tausend Euro bedeuten könne. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) wies darauf hin, dass die Stadt die Bevölkerung mit mehrsprachigen Handzetteln aufrufe, sich nach der Rückkehr von einer Reise testen zu lassen.

          Im Pflegeheim Theißtal Aue in Niedernhausen im Rheingau-Taunus-Kreis haben sich derweil 19 Bewohner und sieben Mitarbeiter mit dem Virus angesteckt. Nachdem bei einem Bewohner eine Infektion nachgewiesen worden war, hatte das Gesundheitsamt Bad Schwalbach angeordnet, alle 102 Bewohner, die Mitarbeiter und weiterer Kontaktpersonen zu testen. Für ganz Hessen meldete das Sozialministerium am Sonntag 88 Neuinfektionen. Die höchste Inzidenz nach Offenbach hatte der Rheingau-Taunus-Kreis mit 22 Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

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