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Frankfurt unter Inzidenz 50 : 230 Fälle von Mutationen an der Bergstraße und im Lahn-Dill-Kreis

Bekenntnis: Eine Frau trägt im Impfzentrum Heuchelheim nahe Gießen einen Aufkleber beinahe wie einen Orden Bild: dpa

Die Inzidenz als zentraler Corona-Kennwert ist in Hessen wieder leicht gestiegen und liegt deutlich über der für Lockerungen wichtigen Marke. Derweil können Senioren Impftermine bald umbuchen.

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          An der südhessischen Bergstraße breiten sich Mutationen des Coronavirus offenbar rasch aus. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, haben Labore schon etwa 90 Fälle von Mutanten nachgewiesen, die meisten entfallen demnach auf die britische Variante B.1.1.7. „Vor allem in drei Kindertageseinrichtungen sind hierbei Infektions-Cluster auffällig“, teilt der Kreis weiter mit. Er habe sehr frühzeitig auffällige Infektionsfälle im Labor sequenzieren lassen. Das Robert-Koch-Institut habe zwei Mitarbeiterinnen an die Bergstraße geschickt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Der Kreis hat in den vergangenen sieben Tagen 155 neue Fälle gemeldet. Wie viele davon auf Mutationen entfallen, steht dahin.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Außerdem sind mittlerweile 134 Mutationen im Lahn-Dill-Kreis nachgewiesen, wie eine Sprecherin des Kreises der F.A.Z. sagte. Um welche Mutationen es sich handele, sei nicht in jedem Einzelfall klar. In sechs Fälle sei es die britische Variante. Vor einer Woche war noch von Verdachtsfällen die Rede gewesen. 51 Infektionen mit sogenannten britischen Mutationen alleine in einem Altenheim nach der Erstimpfung sind nun bestätigt. Das teilte der Betreiber der F.A.Z. mit.

          Gegen die allgemeine Tendenz der vergangenen Tage und Wochen in Hessen haben die Gesundheitsämter über Nacht wieder mehr neue positive Corona-Tests an das Robert-Koch-Institut gemeldet als vor einer Woche. Nun liegt die zentrale Kennziffer, die Inzidenz, auch wieder höher als am Donnerstag. Der übergeordnete Trend zeigt aber weiter abwärts. Von der neuen kritischen Marke 35, die Kanzlerin und Länderchefs seit ihrem bisher letzten Corona-Gipfel als ausschlaggebend für weitere Lockerungen ansehen, ist der Wert aber noch ein gutes Stück entfernt. Neue Vorgaben hängen vom Verlauf ihres Treffens am 3. März ab, wie auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) hervorgehoben hat.

          Terminumbuchungen von Samstag an

          Gleichwohl nimmt die von wirtschaftlicher Not der Betriebe getragene Ungeduld unter hessischen Einzelhändlern zu. Sie haben sich mit einem flammenden Appell an den Ministerpräsidenten gewandt. „Dem gesamten Handel muss es ab sofort erlaubt werden, Termine mit seinen Kundinnen und Kunden zu vereinbaren – da aktuelle Untersuchungen zeigen, dass hiervon keine Gefahren ausgehen“, heißt es unter Verweis auf die Erfahrungen aus den geöffneten Drogerien und Lebensmittelgeschäften.

          Hessische Senioren über 80 Jahre, die einen Termin für die Erstimpfung nach dem 22. März haben, können sich die vorbeugende Spritze gegen das Coronavirus früher als gedacht geben lassen. Das teilten Innenminister Peter Beuth (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) am Donnerstag mit. Dies wird demnach von Samstag an möglich sein über die Hotline 116117 oder die Internetseite des Impfservice.

          Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat über Nacht 727 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert nach 687 vor einer Woche. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im März 183.111 Fälle verzeichnet. Etwa 9800 gelten noch als aktiv, die Infektionen sind mithin nicht ausgestanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 35 auf 5633. Zum vergangenen Freitag hatte das RKI 36 Tote gemeldet.

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