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Corona-Inzidenz stabil : Impfpass-Start in Hessen ist gelungen

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Ein einziger Kreis in Hessen liegt derzeit über der Inzidenz von 50. Sonst befindet sich das Bundesland in einem stabilen Bereich. der von heute an erhältliche digitale Impfnachweis könnte für Chaos bei Apotheken sorgen.

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          Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Hessen liegt weiter um die 20. Am Montag gab das Robert Koch-Institut (Stand 3.12 Uhr) die wichtige Kennziffer mit 20,1 an, am Sonntag hatte sie bei 20,8 gelegen. Bundesweit betrug die Inzidenz am Montag 16,6. Binnen 24 Stunden wurden in Hessen 32 neue Corona-Infektionen registriert. Die Zahl der Menschen, die insgesamt mit oder an dem Virus gestorben sind, lag weiter bei 7436.

          Den höchsten Inzidenzwert im Bundesland hatte am Montag weiter der Landkreis Groß-Gerau mit 51,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Am niedrigsten war die Inzidenz im Vogelsbergkreis mit 4,7.

          Auf den hessischen Intensivstationen wurden laut Divi-Register 144 Menschen wegen Covid-19 behandelt. 78 davon mussten beatmet werden. (Stand 7.19 Uhr)

          Derweil klagen Hausärzte über ihre Lage: Seitdem sich alle impfen lassen dürfen, ist die Situation nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in vielen hessischen Arztpraxen angespannt. „Die Situation in den Praxen ist an einigen Stellen katastrophal“, berichtete die KV am Montag in Frankfurt. Das habe eine Umfrage unter den Mitgliedern ergeben. Die Patienten seien noch aggressiver und fordernder als vor der Aufhebung der Priorisierung. Weil es nach wie vor nicht genügend Impfstoff gibt, müssen die niedergelassenen Kollegen die die Menschen immer wieder vertrösten. „Immer wieder müssen Termine verschoben oder gar abgesagt werden. Das bedeutet für die Praxen einen enormen zusätzlichen Aufwand.“

          Ohne genügend und vor allem verlässlichen Impfstoff würden die niedergelassenen Ärzte und ihr Praxispersonal „zum Prügelknaben enttäuschter Impfinteressierter“, sagte die Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Eckhard Starke. Die Situation sei schon vor der Aufhebung der Priorisierung herausfordernd gewesen, nun habe sie sich aber noch einmal zugespitzt. Knapp die Hälfte der 625 Praxen, die an der Umfrage teilgenommen haben, berichtete, die Patienten seien „noch aggressiver und fordernder“. Nur rund 16 Prozent gaben an, dass die Menschen auch bei längeren Wartezeiten verständnisvoll reagierten. Mehr als ein Viertel schätzt die Situation in ihrer Praxis als „katastrophal“ ein. Etwa die Hälfte beobachtete kaum Veränderungen. Nur 22 Prozent sagten, dass die Impfungen gut zu managen seien.

          Start mit digitalem Impfnachweis gelungen

          Der Start des digitalen Impfpasses in der Corona-Pandemie ist der Apothekerkammer zufolge in Hessen gelungen. „Es klappt gut“, sagte die Präsidentin Ursula Funke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zwar habe es am Morgen noch einige technische Probleme mit dem Portal gegeben, diese seien aber schnell behoben worden. Sicher hätten mancherorts immer wieder Leute auch mal warten müssen, insgesamt habe es jedoch geklappt.

          Seit Montag können sich alle Menschen mit vollständigem Impfschutz ihren digitalen Impfnachweis in Apotheken abholen. Auf das Online-Portal „mein-apothekenmanager.de“, wo man teilnehmende Apotheken abrufen kann, kam es dem Deutschen Apothekerverband zufolge zu einer „extrem hohen Nachfrage“. Phasenweise war das Portal am Vormittag nicht zu erreichen. Wie viele der rund 1400 Apotheken in Hessen die digitalen Impfnachweise ausstellen, ist Funke nicht bekannt. Sie gehe aber von einem flächendeckenden Angebot aus. „Es kann sein, dass der eine oder andere noch nicht dabei ist.“ Jede Apotheke müsse sich selbst bei dem Portal anmelden.

          Einen vollen Corona-Impfschutz kann man mit dem digitalen Impfpass auch auf dem Handy vorzeigen. Apotheken sollen Impfbücher dann auch auf Fälschungen überprüfen, wie sie es schon bei anderen Dokumenten wie Rezepten tun. Der gelbe Papier-Impfpass bleibt weiter gültig. Für Bürger ist der digitale Impfpass kostenlos.

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