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Corona in Hessen : Testen um jeden Preis

Dunkelfeld: Ein gewisser Anteil von Schnelltests ist falsch positiv. Klarheit bringt dann erst der genauere PCR-Test, abgenommen von geschultem Personal. Bild: Maximilian von Lachner

Der Plan klingt verlockend: Durch unentgeltliche Corona-Schnelltests für jeden soll der Inzidenzwert sinken. Aber es gibt auch Kritik an dem Vorhaben der Regierung.

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          Oma wünscht sich eine Umarmung zum Geburtstag. Nicht mehr. Nicht weniger. Ein Antigen-Schnelltest könnte helfen, ihren Wunsch vielleicht doch noch wahr werden zu lassen. Wird dieser nur wenige Stunden vor dem Besuch gemacht und zeigt ein negatives Ergebnis an, so ist die Gefahr, das Virus trotzdem unbemerkt zu übertragen, recht gering. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, von März an für jedermann unentgeltlich Antigen-Schnelltests zur Verfügung zu stellen und die Testkapazitäten in Deutschland deutlich auszuweiten. Darüber hinaus hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am Mittwoch bekanntgegeben, drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung erteilt zu haben. Ein Schnelltest für zu Hause also, bei dem die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen werden. Sie könnten schon in den nächsten Tagen auf den Markt kommen.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Durch eine Ausweitung der Testkapazitäten sollen, so zumindest die Theorie, Infektionsketten frühzeitig unterbunden und den Bürgern womöglich wieder mehr Freiheiten eingeräumt werden. Aber Spahns Vorschlag stößt auch auf Kritik. Statt, wie angekündigt, schon vom 1.März an mit der anlasslosen Testung durch geschultes Personal in Apotheken, Praxen oder Testzentren zu beginnen, soll nun erst bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz über den Vorschlag beraten werden. Viele Fragen bleiben ungeklärt. In erster Linie: Wer soll das bezahlen?

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