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126 Neuinfektionen in Hessen : Hitze ist kein Hinderungsgrund für eine Corona-Impfung

  • Aktualisiert am

Spritze mit Impfstoff: Hitze ist laut der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) kein Hinderungsgrund für eine Corona-Impfung. Bild: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Hessen abermals gesunken. Den höchsten Inzidenzwert hat weiter der Landkreis Groß-Gerau – aber auch hier ist der Wert deutlich gesunken.

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          Das Warten auf den ersten Kreis mit einer Null-Inzidenz geht weiter: Die Corona-Inzidenz ist in Hessen am Mittwoch weiter auf 15,9 gesunken. Am Vortag lag sie noch bei 19,0. Dem Berliner Robert Koch-Institut (RKI) zufolge wurden binnen 24 Stunden 126 Neuinfektionen registriert (Stand 3.12 Uhr). Seit Beginn der Pandemie haben sich damit 289.690 Menschen mit dem Virus infiziert. Sechs weitere Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 7448.

          Den höchsten Inzidenzwert im Bundesland hatte am Mittwoch weiter der Landkreis Groß-Gerau. Hier sank der Wert auf 39,5. Am Vortag waren es hier laut RKI noch 49,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage gewesen. Am niedrigsten war die Inzidenz im Vogelsbergkreis mit 2,8. Die hessischen Großstädte im Rhein-Main-Gebiet liegen derweil auch auf gutem Kurs: Darmstadt weist eine Inzidenz von 11 auf, das lange als Sorgenkind geltende Offenbach 16, Frankfurt (21) und Wiesbaden (24) liegen nur wenig darüber. Die links des Rheins gelegene rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz hingegen weist 37 aus und fällt somit etwas aus dem Rahmen.

          Auf den hessischen Intensivstationen wurden laut Divi-Register 128 Menschen wegen Covid-19 behandelt. 71 davon mussten beatmet werden (Stand: 7.19 Uhr).

          Hitze ist nicht bedrohlich

          Hitze ist kein Hinderungsgrund für eine Corona-Impfung. Das erklärte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen auf Anfrage. Es gebe keine Studien, die darauf hinweisen würden, dass die Impfung zu Kreislaufproblemen führe, sagte KV-Sprecher Karl Matthias Roth. Auch die Lagerung und Kühlung der Impfstoffe sei sichergestellt. Das für die Impfkampagne in Hessen zuständige Innenministerium verwies auf die Möglichkeit zur ärztlichen Beratung auch in den Impfzentren, bei der Fragen zum Thema Hitze geklärt werden könnten. Zudem könne man dort nach der Spritze zunächst im Wartebereich Platz nehmen, um sich zu erholen und sicherzustellen, alles gut verkraftet zu haben.

          Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für diesen Mittwoch und die folgenden Tage Temperaturen über 30 Grad voraus. Am Donnerstag könnten es demnach sogar 36 Grad werden. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hält es mit Blick auf die Hitzewelle für vertretbar, wenn Schülerinnen und Schüler in den kommenden Wochen an besonders heißen Tagen auf dem Schulhof keine Maske tragen müssen, wie er am Dienstag erklärte. Die Entscheidung treffe die Schulleiterin oder der Schulleiter vor Ort unter Berücksichtigung der bekannten „Hitzefrei“-Regelungen.

          Auch Hessen prüft Verstöße

          Nach Vorwürfen über möglicherweise falsche Angaben von Kliniken über die Zahl von Intensivbetten in der Corona-Pandemie prüft auch Hessen mögliche Verstöße. Dies teilte das hessische Sozialministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Allerdings gehe man davon aus, dass die Krankenhäuser im Land verantwortungsvoll mit Fördermitteln umgegangen seien. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet, dass nun auch Hessen Verstöße prüft. „Da der Bundesgesetzgeber es nicht zur Fördervoraussetzung gemacht hat, dass die physisch neu geschaffenen Intensivbetten auch mit Personal hinterlegt sein müssen, ist es im Ergebnis nicht überraschend, dass die Zahl der betriebsbereiten Betten geringer ist als die der physisch vorhandenen Intensivbetten“, heißt es in der Antwort des Ministeriums.

          Der Bundesrechnungshof hatte in der vergangenen Woche in einem Bericht „eine massive Überkompensation aus Steuermitteln“ bei Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser festgestellt. Die Kliniken bekamen Geld für verschobene oder ausgesetzte planbare Aufnahmen, um freie Kapazitäten für Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu schaffen. Die Ausgleichszahlungen des Bundes hätten allein im Jahr 2020 rund 10,2 Milliarden Euro betragen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte den Vorwurf ungerechtfertigter Ausgleichszahlungen für Intensivbetten zurückgewiesen.

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