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1991 neue Corona-Fälle : Ausgangssperre in Groß-Gerau aufgehoben

Die Maske bleibt: Die Corona-Inzidenz in Hessen steigt weiter. Bild: dpa

Während ein Gericht die Ausgangssperre in Groß-Gerau für rechtswidrig erklärt, muss Alsfeld den Modellversuch wohl abbrechen. Die hessenweite Corona-Inzidenz ist am Donnerstag auf 166 angestiegen.

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          Dass Corona noch lange nicht vorbei ist, darauf weisen die Absagen von Großveranstaltungen hin, die es in den vergangenen Tagen gehagelt hat. Zuschaueransammlungen bleiben weiter ein Risiko und werden es wohl noch den Sommer hindurch bleiben.

          Daniel Meuren
          (dme.), Rhein-Main-Zeitung

          Die aktuellen Zahlen stützen den Verdacht: Weitere 1991 Corona-Infektionen sind in Hessen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht wurden, erhöhte sich um 22 auf insgesamt 6565, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstag (RKI) hervorgeht (Stand 3.09 Uhr). Seit Beginn der Pandemie wurden in Hessen insgesamt 238.586 Infektionen mit dem Coronavirus registriert.

          Auch die Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg weiter an und lag nun landesweit bei 166,0 nach 162,0 am Vortag. Spitzenreiter in den Regionen war der Kreis Fulda mit einer Inzidenz von 315,0, danach folgt der Kreis Hersfeld-Rotenburg (289,9). Am niedrigsten war der Wert im Wetteraukreis mit 121,3. 

          Der Kreis Fulda teilte am Donnerstag angesichts der hohen Inzidenz mit, dass nach den Osterferien nur noch Distanzunterricht in allen Jahrgangsstufen stattfinden werde. Ausgenommen seien die Abschlussklassen sowie die Abschlussprüfungen. Diese Regelung gelte zunächst bis 23. April. Die im Kreis geltende Ausgangsbeschränkung wurde verlängert und gilt demnach nun bis 2. Mai. Auch der Kreis Gießen setzt nach den Ferien und zunächst bis 23. April den Präsenzunterricht an allen Grundschulen, weiterführenden und beruflichen Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen aus. Das Gesundheitsamt beobachte gerade, dass es verstärkt unter jüngeren Menschen zu Infektionen und damit auch schwereren Verläufen komme, hieß es in einer Mitteilung.

          Ausgangssperre in Groß-Gerau aufgehoben

          Statt Verboten wird es dagegen mehr Freiheiten im Landkreis Groß-Gerau geben: Dort werden die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und die Ausgangssperre mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat beide Regelungen als rechtswidrig bezeichnet.

          Auf den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser lagen nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin von Donnerstag (14.19 Uhr) 435 Covid-19-Patienten, von denen 209 beatmet wurden. 1755 von 1951 verfügbaren Intensivbetten waren belegt, auch von Menschen mit anderen Krankheiten.

          Alsfelder Modellversuch droht Abbruch

          Den zweiten Tag in Folge liegt die Corona-Inzidenz im Vogelsbergkreis über 200 und bedroht damit das Alsfelder Corona-Modellprojekt. Überschreitet die Corona-Inzidenz an drei Tagen hintereinander den Grenzwert von 200, muss das Vorhaben zur Erprobung von Lockerungen in der Pandemie nach den Vorgaben des Landes beendet oder unterbrochen werden.

          Nach Zahlen vom RKI vom Donnerstag lag die Inzidenz im Vogelsbergkreis, in dem Alsfeld liegt, bei 236,6 nach 217,7 am Vortag. Bürgermeister Stephan Paule (CDU) hatte am Mittwoch angekündigt: „Wenn, wie wir befürchten, am Freitag die Inzidenz wieder über 200 sein wird, bedeutet das die Unterbrechung des Projektes.“

          Impfquote noch nicht bereinigt

          Wegen eines Softwarefehlers liegt Hessen bei der Impfquote weiter hinten, als es tatsächlich der Fall ist. Der letzte Platz soll nach Angaben des Innenministeriums auf einen statistischen Fehler zurückzuführen sein. Es sollen also deutlich mehr als die mindestens 16,2 Prozent aller Hessen bereits einmal geimpft sein, die von der RKI-Statistik zum Stichtag 14. April ausgewiesen werden.

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