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Corona-Hilfen für Firmen : Hessen kann’s

  • -Aktualisiert am

Für den Wirtschaftsstandort Hessen herrschen sonnige Aussichten. (Symbolbild) Bild: Lakuntza, Nerea

Das Land Hessen lässt sich trotz Pandemie wirtschaftlich nicht unterkriegen. Gründe dafür sind das enorm stabile wirtschaftliche Fundament und das entschlossene finanzielle Gegensteuern der Politik.

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          Keine Frage: Die Corona-Pandemie ist die größte Herausforderung für Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber knapp 14 Monate nach Inkrafttreten des ersten Lockdowns steht fest, dass das Land sich zumindest wirtschaftlich nicht in die Knie zwingen lässt. Das Schlimmste scheint überstanden, die dritte Infektionswelle ist gebrochen, es melden nicht mehr Unternehmen Insolvenz an als in normalen Zeiten, die Zahl der Arbeitslosen geht sogar zurück. Und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) weckt die Hoffnung, dass die Wirtschaft schon im Herbst wieder das Vorkrisenniveau erreichen könnte.

          Dafür, dass Hessen nach mehr als einem Jahr drastischer und dramatischer Beschränkungen persönlicher und unternehmerischer Freiheit so verhältnismäßig gut dasteht, gibt es vor allem zwei Gründe.

          Zum einen verfügt das Bundesland – mit einem Bruttoinlandsprodukt, das deutlich über dem von Finnland und knapp unter dem von Dänemark liegt – über ein enorm stabiles wirtschaftliches Fundament. Während andere deutsche und europäische Länder von Corona in einer ökonomisch ohnehin schon heiklen Phase getroffen wurden, erwischte das Virus Hessen quasi in dessen vollen Blüte.

          Mit voller Kraft gegengesteuert

          Zum anderen hat die Politik insgesamt schnell, entschlossen und der Herausforderung entsprechend mit voller Kraft reagiert und gegengesteuert. Wer das nicht so sieht, möge seinen Blick auf die teilweise deutlich größeren wirtschaftlichen Verwerfungen andernorts richten. Mehr als 13 Milliarden Euro sind von Bund und Land seit Beginn der Corona-Pandemie zur Unterstützung hessischer Unternehmer und Selbständiger geflossen.

          Hunderte von Unternehmen und Tausende Arbeitsplätze konnten dank dieser „Bazooka“-Hilfen zumindest vorläufig gerettet werden. Und wo Bundeshilfen nicht ausreichten, sprang die CDU/Grünen-Landesregierung mit Sonderprogrammen wie beispielsweise der Neustarthilfe für Solo-Selbständige ein.

          Am Ende ist es also alles andere als ein Zufall, dass Hessen die Corona-Pandemie wirtschaftlich und finanziell wohl mit einem blauen Auge hinter sich lassen wird. Doch die nächste Krise ist gewiss, und deshalb muss es künftig mehr denn je das Ziel der Landespolitik sein, den Wirtschaftsstandort Hessen zu stärken. Gesunde Unternehmen und gesunde Staatsfinanzen sind zwei wesentliche Voraussetzungen, wenn man verhindern will, dass aus Krisen wie Corona Katastrophen werden.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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