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Covid-App und Beatmungsgeräte : Marburger Innovationen

Forschergeist: Wissenschaftler arbeiten nicht nur an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus (Foto), Kollegen von ihnen haben auch eine App entwickelt Bild: Helmut Fricke

Innerhalb weniger Wochen haben Forscher der Uni Marburg und des dortigen Klinikums eine Covid-App und günstige Beatmungsgeräte entwickelt. Nicht nur dies zeigt: Marburg ist Kraftzentrum der Forschung auch in Sachen Coronavirus.

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          Im Umgang mit Infektionskrankheiten haben Forscher aus Marburg seit den Zeiten von Emil von Behring weit über Hessen hinaus eine herausragende Bedeutung. Der Immunologe entwickelte die Serumtherapie gegen die Diphterie, erhielt dafür 1901 den Nobelpreis und baute mit dem Preisgeld seine Serumfabrik in Marburg auf. Die von ihm begründete Tradition wirkt bis in unsere Tage fort. Davon zeugt eine Reihe von Nachrichten im Zusammenhang mit der Corona-Krise: Marburg ist Kraftzentrum der Forschung auch auf diesem Gebiet.

          So wollen Wissenschaftler aus der Universität noch in diesem Sommer einen Impfstoff gegen das Coronavirus an Menschen testen. Schon weiter sind Kollegen, die ebenfalls viel Innovationsgeist in sich tragen. Die Internet-App Covid-Online hilft dem Klinikum frühzeitig, Corona-Verdachtsfälle zu klären, indem sich der Patient durch einen Fragebogen klickt und erklärt bekommt, was er als nächstes tun solle. In der Folge kommt so mancher gar nicht erst unnötig in die Klinik.

          Binnen Wochen ein alltagstaugliches Ergebnis

          Drittens haben Uni-Forscher aus Marburg kostengünstige Beatmungsgeräte entwickelt. Wie im Falle von Covid-Online erregt nicht nur das Projekt an sich Aufsehen. Auch die Schnelligkeit beeindruckt: In beiden Fällen lieferten die Wissenschaftler binnen weniger Wochen ein alltagstaugliches Ergebnis ab.

          Dass bisher nur Covid-Online eingesetzt wird, und zwar nur in der Region, liegt am Medizinproduktegesetz. Beide Innovationen gelten als Medizinprodukte und benötigen eine Zulassung nach diesem Regelwerk. So etwas wird es jedoch nicht rasch geben. Dies wirkt wie eine Ironie der Geschichte. Für eine mögliche Sonderzulassung müsste es aber eine Notlage geben. Dass dergleichen bisher nicht eingetreten ist, sollte nicht nur den Forschern ein Trost sein.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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