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Bad Nauheim : Wie ein Colonel Eishockey in die Stadt brachte

Überaltert: Das in den siebziger Jahren ausgebaute Stadion ist Spielstätte des EC Bad Nauheim in der zweiten Eishockey-Bundesliga. Bild: Wolfgang Eilmes

Vor rund 75 Jahren ist in Bad Nauheim das Eisstadion eröffnet worden. Dafür hatte der damalige Befehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen, Colonel Paul Rutherford Knight, seine Idee gegen alle Vorbehalte durchgesetzt.

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          Mit Nachdruck versuchte der damalige Bürgermeister Adolf Bräutigam dem Stadtkommandanten der amerikanischen Besatzungsmacht, Colonel Paul Rutherford Knight, ein Projekt auszureden, das so gar nicht in die Zeit der Entbehrungen und des Mangels zu passen schien. Nicht zuletzt wegen der enormen Kosten, die auf bis zu 700.000 Reichsmark veranschlagt waren. Schließlich wandte sich der sozialdemokratische Bürgermeister an die Landesregierung: Vergeblich, die neu aufgestellte deutsche Zivilverwaltung vermochte sich dem energischen Offizier nicht zu widersetzen. Der amerikanische Soldat hatte sogar schon Baumaterial und Baugeräte heranschaffen lassen und als Baubeginn den 9. Oktober 1945 festgelegt. Das Vorhaben wurde danach mit so viel Nachdruck vorangetrieben, dass es nach nur 100 Tagen eröffnet werden konnte.

          Wolfram Ahlers
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Vor rund 75 Jahren wurde in Bad Nauheim das damals mit einer der größten Kunsteisflächen in Deutschland ausgestattete Stadion eröffnet. Was gebührend gefeiert wurde. Mehrere tausend amerikanische und deutsche Zuschauer kamen, denen eine bunte Eislaufrevue dargeboten wurde, wie es in den von Stadtarchivarin Brigitte Faatz zusammengetragenen Chroniken heißt, die in der von der Bürgerstiftung erschienenen Reihe „Amerikanische Spuren in Bad Nauheim“ publiziert sind. Zum Jubiläum hätte die Stadt jetzt gerne wieder ein großes Fest ausgerichtet, die der Pandemie geschuldeten Beschränkungen lassen das jedoch nicht zu.

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