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Coachingbranche : In fünf Stufen zum Erfolg

So kann Coaching auch aussehen. Bild: AFP

Wer Karriere machen will, nimmt sich immer öfter einen Coach – doch nicht jeder Berater ist seriös.

          Es geht wie so oft nicht um die richtigen Antworten, sondern um die richtigen Fragen. Das hat Karola Heise während ihrer einjährigen Ausbildung zum Coach gelernt: gut zu fragen. Die junge Frau mit der Sonnenbrille in den schulterlangen blonden Haaren ist selbständiger Business Coach. Einer von geschätzt 5000 bis 8000, die in ganz Deutschland arbeiten. Das Gros von ihnen ist weiblich. Frankfurt ist neben Berlin, Köln und Hamburg eine der Hochburgen dieser Art von Beratung.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Sich auf dem Karriereweg professionell helfen zu lassen oder auch nur das nächste Gespräch mit dem Chef einzuüben, ist inzwischen in vielen Unternehmen gang und gäbe. Die Branche boomt, und das ist in gewisser Weise ihr Fluch. Denn der Begriff des Coaches ist nicht geschützt und erlebt in Bindestrichberufen wie etwa dem Fitness-Coach eine wahre Inflation. Ob Gesundheit, Kleidung oder persönliches Glück: für alles findet sich ein Berater. Es gibt zwar Ausbildungen, die sind aber freiwillig und teuer. Nicht jeder ist bereit, soviel Zeit und Geld zu investieren, und nennt sich sofort „Coach“. Deswegen ist es gerade in beruflichen Dingen schwierig, einen guten Betreuer zu finden.

          Die Stundenhonorare variieren stark

          Für Karola Heise beginnt alles am Telefon. „Wenn man einen Termin bei einem Coach vereinbart, sollte man auf das eigene Bauchgefühl vertrauen und sich fragen, ob man die Person spontan sympathisch findet oder nicht.“ Denn die Chemie zwischen Coach und Coachee, wie der Klient heißt, muss stimmen. „Schließlich werden die Gespräche schnell sehr persönlich. Da ist Vertrauen wichtig.“

          Ähnlich sieht das Christopher Rauen. Er ist selbst Coach und Vorsitzender des Deutschen Bundesverbands Coaching (DBVC), einem der größten deutschen Verbände der Branche. Man solle immer mehrere Betreuer in Qualität und Preis vergleichen, rät er. Dass kann sich lohnen: Die Stundenhonorare variieren stark; sie liegen etwa zwischen 80 und 300 Euro. Einige Verbände halten ihre Mitglieder an, die Stundensätze nicht unter 80 Euro rutschen zu lassen. „Ein guter Coach kostet eben auch etwas“, sagt Heise, die selbst zwischen 80 und 100 Euro nimmt.

          Gecoachte sprechen nicht gern darüber

          Um im Monat über die Runden zu kommen, reichen die auf den ersten Blick hoch erscheinenden Honorare. „Man kann nicht beliebig viele Coachings am Tag durchführen. Erstens braucht der Coach auch eine Pause zwischen den Terminen und zweitens habe viele Klienten nur am Abend Zeit“, sagt Heise. Die meisten Berater arbeiten deswegen noch als Trainer oder im Marketing.

          Coaching mag inzwischen selbstverständlich sein – darüber zu sprechen, ist es noch nicht. Ein Angestellter aus dem mittleren Management erzählt, dass er sich vor einem halben Jahr hat coachen lassen, und das nicht zum ersten Mal. „Es tauchen immer wieder Fragen auf, bei denen ich mir Hilfe hole.“ Beim ersten Mal ging es darum, ob er den Arbeitgeber wechseln sollte, beim zweiten Mal um den Wunsch, die eigene Arbeit anders zu strukturieren. Coaching kann also helfen, erst herauszufinden, was man will, und dann Wege zeigen, wie man das Ziel erreicht.

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