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Studie zu COPD : Neue Strategie gegen chronische Lungenkrankheit

  • Aktualisiert am

Gift für die Bronchien: Rauchen gehört zu den häufigsten Ursachen der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Bild: dapd

Das Lungenleiden COPD ist bisher unheilbar. Dies könnte sich ändern – wenn Wissenschaftler der Uni Gießen mit ihrer Theorie richtig liegen.

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          Forscher der Uni Gießen haben womöglich einen neuen Weg gefunden, die chronische Lungenkrankheit COPD zu behandeln. Das Leiden wird vor allem durch Zigarettenrauch und Luftverschmutzung verursacht und könnte laut Weltgesundheitsorganisation bis 2030 zur dritthäufigsten Todesursache werden.

          Die Wissenschaftler um Norbert Weißmann haben zunächst gezeigt, dass die Lungenschäden durch ein Molekül verursacht werden, das aus der Reaktion von Stickstoffmonoxid mit freien Sauerstoffradikalen entsteht. Nun haben sie herausgefunden, woher die Sauerstoffradikale stammen: Sie werden in den Zellen von einem bestimmten Enzym produziert, einer sogenannten NADPH-Oxidase. Bei Patienten mit COPD wird dieser Eiweißstoff vermehrt gebildet.

          Angriffspunkt für Medikamente

          In Laborversuchen mit menschlichem Gewebe konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass das Entstehen von Lungenhochdruck und die Zerstörung von Lungengewebe verhindert werden, wenn man die Bildung der NADPH-Oxidase unterdrückt. Das Enzym könnte daher nach Ansicht von Weißmann ein Angriffspunkt für neue Medikamente gegen COPD sein.

          Die Lungenkrankheit ist bisher unheilbar. Nur die Symptome können gelindert werden. Betroffene leiden oft unter Atemnot, sind körperlich stark eingeschränkt und auf die Zufuhr von Sauerstoff angewiesen.

          Link zur Publikation: https://doi.org/10.1038/s42255-020-0215-8

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