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Centre Court Bad Homburg : „Nun ein fester Punkt auf der Tennis-Weltkarte“

Zukunftsbilder: Die Tribünen werden erst nächstes Jahr rund um den Centre Court aufgebaut. Bild: Perfect Match

Für großes Tennis ist der neue Centre Court in Bad Homburg bereit. Für große Zuschauerzahlen noch nicht. Das ist nach der Eröffnung mit Angelique Kerber klar.

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          Wenige Minuten vor seinem ersten großen öffentlichen Auftritt wird der neue Rasen beim Tennisclub Bad Homburg noch einmal frisch gemäht. Wie bei seinem berühmten Vorbild in Wimbledon ist die Pflege des Prunkstücks der Anlage im Kurpark Millimeterarbeit. Bei der offiziellen Eröffnung des „Spielbank Bad Homburg Centre Court“ am Samstag präsentiert sich der Platz dann in einem perfekten Zustand. Eine sattgrüne Bühne für das Show-Doppel mit Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber, Fed-Cup-Teamchef Rainer Schüttler, Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann und der Lokalmatadorin Mara Guth aus Usingen-Merzhausen.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Pirmin Clossé

          Rund 100 geladene Ehrengäste, Sponsoren und Medienvertreter sind anwesend. Verteilt gemäß strenger Hygienevorschriften auf Sitzwürfeln, Liegestühlen und an Stehtischen, stets gut eineinhalb Meter auseinander. Der Veranstalter hat sich bewusst dagegen entschieden, das Ereignis für Zuschauer zu öffnen, um die Corona-Schutzvorschriften besser kontrollieren zu können. Die Bad Homburger Tennisfans sollen dann 2021 auf ihre Kosten kommen, wenn das neue Frauentennis-Turnier hoffentlich seine in diesem Jahr verschobene Premiere feiern kann. Wie sich die Anlage dann mit Tribünen präsentieren wird, ist auf einer am Samstag vorgestellten Simulation zu sehen.

          Grasplatz bedarf besonderer Pflege

          Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) zeigt sich „stolz, dass Bad Homburg nun ein fester Punkt auf der Tennis-Weltkarte geworden ist“. Auch wenn der erste Aufschlag wegen der Corona-Pandemie ein Jahr länger auf sich warten lässt. Angelique Kerber, die als Turnierbotschafterin agiert und deren Management das Turnier organisiert, ist ebenfalls voller Vorfreude. „Es war natürlich extrem bitter, diesmal doch noch nicht hier spielen zu können“, sagt sie: „Aber jetzt freue ich mich umso mehr aufs nächste Jahr.“

          Auftakt: Angelique Kerber spielt auf dem neuen Platz in Bad Homburg im gemischten Doppel.
          Auftakt: Angelique Kerber spielt auf dem neuen Platz in Bad Homburg im gemischten Doppel. : Bild: Imago

          Eine Ahnung davon, was die Zugkraft der Prominenz und die Verbindung zu Wimbledon bewirken kann, gab die Fernseh-Berichterstattung am Samstag. Die Aufmerksamkeit für den Namen Bad Homburg war ein wesentlicher Grund dafür, weshalb Verwaltung und Politik voriges Jahr im Schnelldurchgang die Voraussetzungen für ein Profi-Turnier geschaffen haben. Jetzt hat die Pandemie zwar das Turnier in England und damit auch die vorbereitenden Spiele in Bad Homburg verhindert. Der Rasen allerdings steht zur Verfügung und verschafft dem Tennisclub ein exklusives Angebot.

          Der Vereinsvorsitzende Uwe Eyles spricht von einem „ganz besonderen Belag“. Weil es ihn aber nur in Bad Homburg gibt, ist er für die Leistungsspieler nicht geeignet. Sie müssen sich schließlich andernorts auf Sand behaupten. Außerdem kann nur der Centre Court genutzt werden. Die beiden weiteren, seitlich neben dem Kaiser-Wilhelms-Bad angelegten Rasenplätze bleiben dem WTA-Turnier vorbehalten – mit Rücksicht auf die Nachbarschaft, aber auch wegen des Pflegeaufwands. „Da ist es ja nicht mit einem Mähroboter getan“, sagt Kurdirektor Holger Reuter. Die Spielbank als Tochter der städtischen Kur- und Kongreß-GmbH finanziert den eigentlich auf die Stadt entfallenden Anteil der Kosten und gibt dem Centre Court seinen Namen.

          Einerseits muss sich der Tennisclub also einschränken. Ob auf dem Parkplatz des Vereins Ersatzspielflächen geschaffen werden können, wird noch geprüft. Schließlich gilt es im Kurpark, den Heilquellen-, Denkmal-, Landschafts- und Wasserschutz zu beachten. Andererseits verfügt er aber seit Samstag über einen Rasenplatz, auf dem mit Kerber eine dreimalige Grand-Slam-Siegerin gespielt hat und der nächstes Jahr im Mittelpunkt weltweiten Interesses stehen wird. „Es gibt schon viele Gäste, die deswegen anfragen“, sagt Eyles. Ohnehin spielen sie auf geschichtsträchtigem Boden. Schließlich wurde in Bad Homburg erstmals Tennis auf dem europäischen Kontinent gespielt. Der Tennisclub ist zudem 1876 gegründet worden und damit ein Jahr älter als das Turnier in Wimbledon. Kein Wunder also, dass das Motto der Bad Homburg Open lautet: „Tennis is coming home.“

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