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SPD und Grüne gleichauf : Schwarz-Grün mit hauchdünner Mehrheit

Wo die AfD überdurchschnittlich stark ist

Im Rhein-Main-Gebiet hat Fischbachtal am schnellsten ausgezählt. Seit 19.48 Uhr ist öffentlich: Die CDU ist dort von 37,2 Prozent auf 27,1 Prozent und die SPD von 31,4 Prozent auf 21,7 Prozent abgestürzt. Im Gegenzug haben sich die Grünen von 13,^Prozent auf 17,8 Prozent und die AfD von 5,5 Prozent auf 13,1 Prozent verbessert. Der Linken gelang der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, ebenso der FDP. Beide waren 2013 noch klar gescheitert.

Auffällig sind unter den früh eingelaufenen Ergebnissen aus den Wahlkreisen einige Resultate der AfD: In Flörsbachtal kam sie auf 21 Prozent, in Schwarzenborn auf 19,8 Prozent, in Stadtallendorf mit 19,3 Prozent und in Ulrichstein auf 19,2 Prozent. In all diesen Kommunen konnte sie ihr Ergebnis jeweils vervielfachen. Gleichzeitig verlor die CDU jeweils stärker als die SPD, wenn auch nicht viel. In Rosenthal, wo die AfD von 3,9 auf 18,5 Prozent sprang, gab dagegen die SPD stärker ab als die Union. Gleiches gilt für Breitenbach am Herzberg, wo die AfD auf fast 17 Prozent kommt.

Unterdurchschnittlich hat der Landtagsneuling dagegen in Münzenberg abgeschnitten. Obwohl CDU und SPD im Gleichschritt gut elf Prozentpunkte abgaben, ist die AfD trotz einer Verdreifachung bei 11,3 Prozent stehengeblieben. Die Grünen konnten sich auf 15,1 Prozent mehr alas verdoppeln, die FDP sprang über die Fünf-Prozent-Hürde und landete bei sieben Prozent.

Aus dem Rahmen fallen die Ergebnisse von CDU und SPD in Poppenhausen nahe der Wasserkuppe. Die Union stürzt in ihrer Hochburg zwar von 64 Prozent auf 42,4 Prozent, bleibt aber weitaus stärkste Partei. Die SPD kommt dort nur noch auf 7,5 Prozent nach 13,5 Prozent vor fünf Jahren. Die Grünen legten um zehn Prozentpunkte auf 18,2 Prozent zu, die AfD kletterte von 3,2 Prozent auf 13,8 Prozent.

Etwas niedrigere Beteiligung als 2013, aber...

Bis zum Nachmittag zeichnete sich dessenweit eine etwas niedrigere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab, damals fand der Urnengang aber auch parallel zur Bundestagswahl statt. Die Landeswahlleitung in Wiesbaden sprach von 38,8 Prozent bis um 14 Uhr

Bis zum Mittag hatten in Frankfurt 18,6 Prozent der Berechtigten gewählt, wie ein Sprecher des Wahlamts zu FAZ.NET sagte. Vor fünf Jahren seien es fünf Prozentpunkte mehr gewesen – allerdings sei gleichzeitig der Bundestag gewählt worden. 2009 hatten bis zum Mittag gut 17,5 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben, wie es weiter hieß. Insofern ist die Beteiligung dieses Mal besser. In Wiesbaden lag die Beteiligung laut Wahlamt zur gleichen Zeit bei gut 25 Prozent.

Gefasst: Thorsten Schäfer-Gümbel, Chef der Hessen-SPD, an der Seite seiner Frau Annette
Gefasst: Thorsten Schäfer-Gümbel, Chef der Hessen-SPD, an der Seite seiner Frau Annette : Bild: Frank Röth

Blick nach Berlin

Die Wahl in Hessen gilt auch als Härtetest für den Fortbestand der großen Koalition von Union und SPD in Berlin. Die Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Andrea Nahles, stehen auch in den eigenen Reihen unter Druck.

Die Bürger können am Sonntag auch über eine Reform der hessischen Landesverfassung entscheiden. Diese ist im Jahr 1946 in Kraft getreten und enthält unter anderem noch die Todesstrafe, die durch das Grundgesetz aber längst außer Kraft gesetzt ist. Diese Passage soll nun gestrichen werden. Insgesamt geht es um 15 Änderungen.

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