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Burgfestspiele in Bad Vilbel : Eintrittskarten behalten Gültigkeit

Nur nicht in diesem Jahr: In der Wasserburg von Bad Vilbel finden jeden Sommer die Festspiele statt. Bild: Axel Häsler

Neue Saison, alter Plan: Die Burgfestspiele in Bad Vilbel bieten für nächstes Jahr Ersatztermine an. Wie hoch der Verlust für die Stadt sein wird, ist noch unklar.

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          Der Spielplan für die nächste Saison der Burgfestspiele steht. Das heißt, eigentlich ist es der von 2020. Denn aufgrund der Anordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte die Festspielleitung entschieden, die Aufführungen ins nächste Jahr zu verschieben. Gleichwohl galt es, Modifikationen vorzunehmen. Zu berücksichtigen waren laut Intendant Claus-Günther Kunzmann die Sommerferien, die im nächsten Jahr anders liegen, sowie die auf 2021 verlegte Fußball-Europameisterschaft. Des Weiteren hatte der Terminplan für dieses Jahr den – später ebenfalls abgesagten – Hessentag berücksichtigt, wofür eine zehntägige Pause vorgesehen war. So kommt es, dass eine Reihe von Vorstellungen nicht nur um ein ganzes Jahr verschoben, sondern auch um einige Tage verrutscht sind. Die erste Aufführung ist für den 2. Mai geplant, die Saison soll bis 13. September dauern.

          Wolfram Ahlers
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Da es sich um eine „Übertragung“ des Spielplans handelt, behalten die Tickets ihre Gültigkeit. Die Käufer sollen aber selbst entscheiden können, ob ihnen die Termine für 2021 passen. Die Stadt hat allen, die sich über das städtische Kartenbüro Tickets besorgt hatten, ein Formular zugesandt, das ihnen mehrere Möglichkeiten lässt. Zum einen gibt es das Angebot für einen Ersatztermin der gebuchten Vorstellung. Zum anderen besteht die Möglichkeit, sie gegen solche für andere Vorstellungen der Burgfestspiele umzutauschen.

          Wer sich noch nicht festlegen kann oder will, kann die Karten auch zurückgeben und sich den Kaufpreis erstatten lassen, allerdings nur an der jeweiligen Verkaufsstelle. Zudem gibt es das Angebot, Tickets gegen Gutscheine des Kartenbüros einzulösen. Mit solchen Gutscheinen können andere Veranstaltungen besucht werden, etwa im Kulturzentrum Alte Mühle oder im Kulturforum Dortelweil. Wer sich generös zeigen will, verzichtet auf die Rückgabe des Geldes oder eines Teilbetrags und leistet eine Spende an Künstler, die aufgrund der Corona-Beschränkungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

          Die Künstler wurden in Kurzarbeit geschickt

          Die ersten Reaktionen sind nach den Worten von Claudia Sebastian, Leiterin des Kartenbüros, erfreulich: Die meisten wollten ihre Tickets behalten und hätten die Ersatztermine gewählt. Einige hätten sich fürs Spenden entschieden, nur wenige wollten sich das Geld zurückerstatten lassen.

          Zu den zehn Eigenproduktionen auf dem Spielplan gehört eine musikalische Revue, die den legendären Comedian Harmonists gewidmet ist. Die beim Publikum besonders geschätzte Musical-Reihe setzen die Burgfestspiele mit Aufführungen von „Hairspray“ fort. Als Klassiker steht „Was ihr wollt“ von Shakespeare auf dem Programm. Das Kinder- und Familientheater bietet die für junges Publikum in Szene gesetzte Oper „Hoffmanns Erzählungen“, hinzu kommen Inszenierungen von Kinder- und Jugendbuchklassikern. Drei Eigenproduktionen sind für einen kleineren Besucherkreis im Keller der Burganlage konzipiert, darunter die „Weiße Rose“. Selbst die Gastspiele mit Konzerten und Kleinkunstdarbietungen hat die Festspielleitung weitgehend ins nächsten Jahr verschieben können.

          Um den Spielplan ohne nennenswerte Abstriche aufrechtzuerhalten, hatten Stadt und Festspielleitung dem Ensemble die Fortgeltung der Verträge angeboten. Was nach Angaben von Kunzmann auch fast alle Mitglieder angenommen haben. Zumal sich das Team der Burgfestspiele ohnehin aus vielen Akteuren zusammensetzt, die schon seit Jahren dabei sind.

          Beziffern lassen sich die Ausgaben nicht

          Was die ausgefallene Spielzeit 2020 betrifft, wurden die Künstler in Kurzarbeit geschickt. Wobei die Stadt das Kurzarbeitergeld aufstockte, damit niemand in Bedrängnis gerät, wie es heißt. In der nächsten Saison, so wurde vereinbart, gibt es dafür einen Abschlag bei Gagen und Honoraren, denn auch der Stadt macht die Absage finanziell zu schaffen.

          Denn der Kartenverkauf ist mit rund zwei Millionen Euro Hauptfinanzierungsquelle der Burgfestspiele. Hinzu kommen rund 300.000 Euro an Zuschüssen, Projektförderung und Sponsorengeld. Diese müssen nicht zurückerstattet werden, und die Burgfestspiele setzen auf das Unterstützungsprogramm des Landes. Gleichwohl rechnet Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) damit, dass die Stadt in diesem Jahr mehr Ausgaben für die Burgfestspiele wird einplanen müssen. Beziffern lasse sich das freilich noch nicht.

          Für den Fehlbetrag hatte die Stadt in den vergangenen Spielzeiten einen Betrag von jeweils etwa einer halben Million Euro bereitgestellt. Positiv werten Bürgermeister und Intendant, dass Zuschussgeber und Sponsoren versprochen hätten, den Burgfestspielen weiterhin treu zu bleiben.

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