https://www.faz.net/-gzg-pl6n

Bundeswehr : Koch: Standort-Schließungen kosten 6.000 Stellen in Hessen

  • Aktualisiert am

Hessen wird durch die Standortschließungen der Bundeswehr besonders hart getroffen, wie der Hessische Rundfunk berichtet: Ministerpräsident Koch rechnet mit dem Verlust von 6.000 Stellen in Hessen und fordert Finanzhilfen vom Bund.

          2 Min.

          Ministerpräsident Roland Koch (CDU) rechnet durch die Standortschließungen der Bundeswehr in Hessens mit dem Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen. In Nordhessen stehen drei Standorte vor dem Aus, zudem will die Bundeswehr ihre letzten Vertreter aus Gießen abziehen. „Das wird, was die Berufsarbeitsplätze angeht, etwa 6.000 Arbeitsplätze von Soldaten allein in diesen Regionen kosten“, sagte Koch am Dienstag im RBB-Inforadio. „Wir erwarten jetzt, daß der Bund den betroffenen Kommunen und Regionen auch hilft.“

          Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) und die Bundesregierung müßten dafür sorgen, daß für „die wirtschaftlichen Schäden, die dadurch entstehen“ Ersatz geschaffen wird, sagte Koch. Er nannte Finanzhilfen in dreistelliger Millionenhöhe eine „realistische Summe“. Koch warf der Bundesregierung vor, die Reformpläne der Bundeswehr „sehr kurzatmig und hektisch“ umzusetzen. Von den bevorstehenden Standortschließungen wird Hessen voraussichtlich besonders betroffen sein. Struck will mit den genauen Plänen am heutigen Dienstag an die Öffentlichkeit gehen.

          Drei nordhessische Standorte vor Schließung

          Hessen ist von den geplanten Einschnitten bei der Bundeswehr überdurchschnittlich stark betroffen. In Nordhessen sollen die Kasernen in Wolfhagen, Fuldatal-Rothwesten und Bad Arolsen geschlossen werden. Das teilte ein nordhessischer Bundestagsabgeordneter am Montagabend der dpa mit. An den Standorten sind insgesamt 1.768 Soldaten und 467 Zivilbeschäftigte eingesetzt. Die Auflösung der Kaserne in Bad Arolsen war schon vor der nun anstehenden Verkleinerung der Bundeswehr geplant, aber noch nicht definitiv beschlossen worden.

          Wie die „Hessenschau“ des Fernsehens des Hessischen Rundfunks (hr) am Montag darüber hinaus berichtete, sollen auch die Truppenstandorte Sontra und Hessisch-Lichtenau komplett aufgegeben werden. Auch Schwalmstadt, Treysa und Homberg seien negativ betroffen, so der hr. Allerdings sei der Umfang dort noch unklar.

          Rotenburg an der Fulda und Stadtallendorf sollen aufgewertet werden

          Die Bundeswehr-Standorte Rotenburg an der Fulda und Stadtallendorf werden dagegen nach der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums aufgewertet, wie der hr berichtete. So sei der Umzug der Stabskompanie in Neustadt/Wiera nach Stadtallendorf geplant. Rotenburg werde Feldjäger und Fernmelder in beträchtlicher Anzahl erhalten.

          Stadtallendorf wird nach übereinstimmenden Angaben des hr und der „Frankfurter Rundschau“ künftig auch Führungszentrale der „Division Spezielle Operationen“ (DSO). Laut hr werde ein Zwei-Sterne-General an der Spitze stehen. Derzeit residiert die DSO-Leitung, eine Elitetruppe der Bundeswehr zur weltweiten Evakuierung bedrohter Soldaten und Zivilisten, noch im bayerischen Regensburg. Gießen wiederum, derzeit noch Sitz des Wehrbereichskommandos 47, soll laut, „Hessenschau“ auch die letzten Soldaten verlieren. Die Dienststelle soll nach den Recherchen des hr nach Wiesbaden an den Sitz der Landesregierung verlegt werden.

          Weitere Themen

          Frankfurter Geschäftsführer Richter tritt zurück

          Awo-Affäre : Frankfurter Geschäftsführer Richter tritt zurück

          Seit mehr als einem halben Jahr steht der Frankfurter Awo-Verband in der Kritik – unter anderem wegen undurchsichtiger Geldflüsse. Nun will der umstrittene Geschäftsführer Jürgen Richter wohl zurücktreten.

          Topmeldungen

          Sandra Maischberger mit ihren Gästen

          TV-Kritik „Sandra Maischberger“ : Pest oder Cholera

          In Großbritannien wird gewählt – und Sandra Maischberger bemüht sich in ihrer Sendung, den Zuschauern einige Hintergründe zu vermitteln. Im Dickicht der sonstigen Themen der Woche funktioniert das aber nur mit Einschränkungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.