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Ali B. : Bundesgerichtshof bestätigt Urteil im Mordfall Susanna

Verurteilt: Ali B., Mörder von Susanna Bild: dpa

Der Mörder der Mainzer Schülerin Susanna muss lebenslang in Haft. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt.

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          Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision von Ali B. gegen seine Verurteilung wegen Vergewaltigung und heimtückischen Mordes an der 14 Jahre alten Mainzer Schülerin Susanna F. als unbegründet verworfen. Wie es in einer Mitteilung des BGH vom Dienstag heißt, hat B. sie mit einem Verfahrenshindernis wegen seiner Rückführung aus dem Irak, mit Verfahrensbeanstandungen und mit einer Sachrüge gegen seine Verurteilung begründet. Doch in den Augen des Senats hielten die Argumente der Prüfung nicht stand. Damit ist das Urteil des Landgerichts Wiesbaden rechtskräftig und der zur Tatzeit 21 Jahre alte irakische Asylbewerber muss lebenslang in Haft.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wiesbadener Schwurgerichtskammer hatte zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt, die es B. unmöglich macht, nach 15 Jahren aus dem Gefängnis zu kommen. Eine anschließende Sicherungsverwahrung hatte das Gericht aufgrund es Alters des Angeklagten und seines noch nicht sehr langen Aufenthalts in Deutschland unter Vorbehalt gestellt.

          Zweite Verurteilung

          Genauso geschah es auch in einem zweiten Strafprozess, in dem sich der Iraker mit einem Mitangeklagten wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen verantworten musste. Dort wurde er zu siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Diese Strafe tritt hinter der nun rechtskräftigen lebenslangen Strafe zurück. Der Vorbehalt bedeutet, dass nach einer Haftdauer von 15 oder mehr Jahren geprüft wird, ob die Gefährlichkeit des Verurteilten immer noch besteht.

          In dem vier Monate langen Prozess um den Mord an Susanna F. im Mai 2018 hatte B. die Tötung des Mädchens nahe einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden-Erbenheim gestanden, jedoch nicht ihre Vergewaltigung. Das Gericht sah trotzdem als erwiesen an, dass der Angeklagte auch jene Tat begangen hatte. In der Urteilsbegründung nannte der Vorsitzende Richter ihn „hochgefährlich“. Er habe „mit enormer Beharrlichkeit und tödlicher Konsequenz“ sein Interesse an Susanna verfolgt. Nach seinem Aufwachsen unter strengen Regeln im Irak habe er in Deutschland gezielt nach Zugang zu Frauen gesucht und dabei insbesondere sehr junge, unsichere Mädchen ausgesucht. Im Prozess habe er weder Reue noch Mitgefühl gezeigt.

          Die Familie des getöteten Mädchens teilte der FAZ am Dienstag mit, sie sei erleichtert, dass die gerichtliche Seite des Falles nun endlich erledigt sei und sie von dort nichts mehr zu erwarten habe. Dennoch ist der Zeitpunkt der BGH-Entscheidung kein leichter für sie: Es ist jetzt fast genau zwei Jahre her, dass Susanna tot aufgefunden wurde. 

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