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Bundesgartenschau 2029 : Klimawandel ist überall

  • -Aktualisiert am

Die Bundesgartenschau 2029 könnte ins Wasser fallen. (Archivbild) Bild: dpa

Wer im Sommer 2029 anlässlich der Gartenschau die Ufer des Mittelrheintals erkunden will, den kann brütende Hitze und überflutete Wege erwarten. Die Vorbereitung der Kommunen auf mögliche Auswirkungen des Klimawandels ist entscheidend.

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          Die wissenschaftliche Studie über die Herausforderungen an die Organisatoren einer Großveranstaltung wie der Bundesgartenschau durch den Klimawandel war schon vor dem Hochwasserdrama an der Ahr und in Nordrhein-Westfalen erstellt. Sie belegt, dass der Klimawandel kein abstraktes Phänomen, sondern reale und lokale Bedrohung ist. Wer im Sommer 2029 anlässlich der Gartenschau die beiden Ufer des Mittelrheintals erkunden will, der sollte zuvor die Wetter-App seines Smartphones konsultiert und Anwendungen wie Katwarn installiert haben. Denn in der heißesten Region von Rheinland-Pfalz und der sonnenreichen Ecke des hessischen Rheingaus kann Ungemach drohen. Nicht nur eine brütende Hitze, die das Flanieren auf einer Uferpromenade zur Qual machen könnte, sondern auch ergiebige Regengüsse.

          In diesem Jahr hat sich zudem gezeigt, dass der Rhein nicht nur in einem regennassen Winter oder zur Schneeschmelze im Frühjahr Hochwasser führen kann, sondern auch im Sommer. Überflutete Wege und Ausstellungsflächen am Rhein würden den Besuch der dezentralen Gartenschau nicht eben reizvoll erscheinen lassen. Ob die „schwimmende Blumenhalle“, die ebenso wie eine schwimmende Bühne und Bade- oder Gastronomieschiffe zu den besonderen Attraktionen zählen soll, dann überall anlegen könnte, steht in den Sternen. Das gilt auch für den Fall von extremem Niedrigwasser.

          Die Experten haben insofern recht, dass die kluge Vorbereitung der Kommunen auf mögliche Auswirkungen des Klimawandels zu einem Erfolgsfaktor der Gartenschau werden wird. Spannend ist daher, ob die Studie jetzt in den Schubladen der 50 Rat- und Kreishäuser verschwindet oder ob daraus Konsequenzen gezogen werden. Global denken, lokal handeln, das wäre jetzt eine Option. Beispielsweise durch einen Stopp der Versiegelung in den Vorgärten der Wohnhäuser. Das wäre ein Anfang, und der ist einfacher als von vielen gedacht.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

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