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Kreis Darmstadt-Dieburg : Bürgermeisterwahl in Griesheim polarisiert

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David Henn (Die Partei), Geza Krebs-Wetzl (CDU) und Martin Tichy (Die Grünen) treten gegen die Amtsinhaberin, Gabriele Winter (SPD), an. Bild: dpa

Im März geriet die erfolgsgewohnte Griesheimer SPD erstmals in die Opposition. Auch am Sonntag wollen die neuen Bündnispartner einen Wechsel.

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          Die Bürgermeisterwahl in Griesheim am Sonntag ist die bisher spannendste in der größten Stadt des Kreises Darmstadt-Dieburg. Denn erstmals seit dem Krieg droht der SPD die Rolle als vorherrschende Partei in der Kommune zu entgleiten. Seit 1945 stellte sie immer den Bürgermeister, doch seit der Kommunalwahl im März ist sie in der Opposition. Sie verlor die absolute Mehrheit und fiel von 50,1 auf nunmehr 33,6 Prozent, hält nur noch 13 von 37 Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung. CDU, die Grünen, die FDP und die WGG kommen zusammen auf 24 Sitze und bilden gegen die SPD eine Kooperation. Die Stadtverordnetenvorsteherin und der Erste Stadtrat gehören jetzt der CDU an.

          Das Viererbündnis hat sich auf Bürgermeisterin Gabriele Winter (SPD) eingeschossen, die nach einer Wahlzeit abgelöst werden soll. Auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigten sich die vier Parteien allerdings nicht. Das Kalkül sieht so aus, dass die Kandidaten von CDU und Grünen in einem ersten Wahlgang jeweils die eigene Basis mobilisieren, um dann in einem zweiten sich gegen die Amtsinhaberin zu verbünden. So stehen am Sonntag neben Winter auch zwei ernstzunehmende Kandidaten auf dem Wahlzettel: Geza Krebs-Wetzl von der CDU und Martin Tichy von den Grünen. Der vierte Bewerber David Henn (Die Partei) trat bisher politisch nicht in Erscheinung und dürfte wegen der starken Polarisierung nur wenige Stimmen bekommen.

          „Die Selbstzufriedenheit der SPD muss ein Ende haben“

          Krebs-Wetzl und Tichy wollen es nicht gerne hören, aber sie sind, auch wenn in einer Kooperation verbunden, untereinander in einem ersten Wahlgang die Hauptgegner. Denn dass sich einer der beiden gegen Winter und die immer noch wohlorganisierte und schlagkräftige SPD auf Anhieb durchsetzt, ist nicht wahrscheinlich. Was aber beide eint, ist die Unzufriedenheit mit der SPD und der Amtsinhaberin. Beide sehen eine Wechselstimmung und nehmen den Niedergang der Sozialdemokraten als Beleg für die Einschätzung. Sie verweisen auf langjährige SPD-Wähler, die jetzt angeblich das Kreuz nicht hinter Winter setzen wollen.

          Dabei ist Griesheim eine kompakte lebenswerte Stadt, in der es an nichts fehlt und in der noch vor wenigen Jahren eine allgemeine Zufriedenheit festzustellen war. Jetzt heißt es, die Selbstzufriedenheit der SPD müsse ein Ende haben. Winter hingegen meint, dass viele Bürger nicht akzeptieren wollten, dass Selbstverständlichkeiten und hohe Standards auch Geld kosteten. Gerade hier aber setzen die Gegenkandidaten an: Die Grundsteuer B war von der SPD mit ihrer absoluten Mehrheit auf einen Höchststand im Landkreis gehoben worden. Erhöht wurden auch Kindergartengebühren und Straßenbeiträge.

          Wachstum - oder doch Konsolidierung?

          Die Themen im Wahlkampf drehen sich um Bürgerbeteiligung, das Konversionsgelände im Süden der Stadt, die Gewerbesteuer, die nicht mit dem rasanten Bevölkerungswachstum mitgehalten hat. Und es geht auch darum, ob Griesheim noch wachsen oder erst einmal konsolidieren soll. Andere Ideen sprechen von weiterem Wachstum in der Fläche. Doch jede Ausweitung, ob für Gewerbe oder Wohnbebauung, nimmt der Landwirtschaft mit ihren vielen Sonderkulturen Fläche weg. Ein Dauerthema ist auch der Feuerwehrstützpunkt.

          Winter ist 57 Jahre alt, stammt aus der Stadt und war vor der Wahl Regierungsdirektorin im Wiesbadener Kultusministerium und Fraktionsvorsitzende in Griesheim. Krebs-Wetzl, 56 Jahre alt, in Mainz geboren, arbeitet im Finanzministerium als Referatsleiter. Ein politisches Amt hat er nicht inne. Der 47 Jahre alte Tichy gehört der Stadtverordnetenversammlung an, war in den neunziger Jahren Gemeinderat in Tübingen. Er ist Ingenieur in der Holz- und Kunststofftechnik und arbeitet in einem Griesheimer Betrieb. Der 29 Jahre alte Henn ist Kaufmann für Dialogmarketing und bekannt als Sänger einer Band.

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