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Luise Glaser-Lotz (lu.)

Großbaustelle in Hanau : Der Unmut wächst

Konkrete Fertigstelle noch nicht in Sicht: die Baustelle des „Haus des Jugendrechts“ am Schlossplatz in Hanau Bild: Sandra Schildwächter

Eine Großbaustelle statt ein „Haus des Jugendrechts“ sorgt für Unmut in Hanau. Der dahinter liegende Streit zwischen Land und Baugesellschaft muss schnell gelöst werden.

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          Warum sich an der Großbaustelle am Schlossplatz so gar nichts mehr tut, das fragen sich viele verärgerte Bürger, vor allem die in der Altstadt. Dort investierte die Hanauer Baugesellschaft in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro, um ihre Nachkriegs-Wohnhäuser wieder in Schuss zu bringen. So hat sich die Altstadt zwischen Schlosspark und Goldschmiedehaus zu einer Gegend gemausert, in der es sich schön und komfortabel wohnen lässt.

          Saniert und zu erschwinglichem Preis vermietet werden sollten auch die Wohnblocks am Schlossplatz sowie entlang der Graf-Philipp-Ludwig-Straße und der Steinstraße. Rund 20 Wohnungen wären es gewesen, die bereits von den Altmietern verlassen worden waren. Für das Erdgeschoss waren kleine Läden und Ateliers geplant, um die Belebung, die schon Am Altstädter Markt stattgefunden hat, weiterzuführen.

          Wohl auch keine Eröffnung Ende 2021

          Doch als Stadt, Main-Kinzig-Kreis und Land auf der Suche nach einem Standort für das geplante „Haus des Jugendrechts“ waren, bot sich die Baugesellschaft an und blies dafür ihr Wohnprojekt ab. Die Übergabe der Baugenehmigung durch die Stadt Hanau fand im September 2018 statt, fertig sein sollte das „Haus des Jugendrechts“ Ende des Jahres 2019. Nun ist mit einer Eröffnung Ende 2021 – zwei Jahre später als geplant – noch immer kaum zu rechnen.

          Über die genauen Gründe der Verzögerungen bei den Verhandlungen ist nichts Genaues zu erfahren, da sich sowohl die Baugesellschaft als auch die zuständige Landesbehörde, der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, bedeckt halten. Wahrscheinlich wollen sie zarte Verhandlungserfolge nicht gefährden. Vielleicht reden auf der Seite des Landes auch zu viele Akteure im Finanz- und im Justizministerium mit.

          Gerade mit Blick auf den wachsenden Unmut der Bürger, die in diesen Tagen darüber lesen, dass die Besetzung der Polizeistationen in Stadt und Kreis zu wünschen übrig lässt und andere Präsidien in Hessen besser aufgestellt sind, sollte der Konflikt zwischen Baugesellschaft und Land schnellstens gelöst werden.

          Sichergestellt werden muss, dass die 26 Beamten, die in das „Haus des Jugendrechts“ einziehen sollen, nicht an anderer Stelle fehlen werden. Nicht nur nach Ansicht der Polizeigewerkschaft muss das Personal in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis auch ohne die Zusatzaufgabe aufgestockt werden. Andernfalls wird dem Land der Vorwurf der Bürger nicht erspart bleiben, dass die Sicherheitslage in Hanau vom Land grob vernachlässigt wird.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

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